Licht satt in allen Lebenslagen!
Glück Auf Genossen,
ich hab auch endlich mal wieder etwas Zeit zum Bauen gehabt, wollt jetzt mal das Ergebnis vorstellen.
Ziel war es, meine MAG-Lite 3D auf LED umzubauen - der Plan bestand schon lange. Seit es dann die hocheffizienten SSC P4 LEDs gibt, hab ich das auch in die Tat umgesetzt.
Auf den Fotos sieht man die LED im Reflektor, die Schaltung am Innenleben der MAG-Lite und zum Schluß das Replacement der Glühlampe.
Angetrieben wird das Ganze vom LTC3454, der dafür vom Eingangsspannungsbereich und der Ausgangsleistung perfekt paßt - und in noch einigen Belangen. Zudem ist das Ganze so klein aufbaubar, daß man es problemlos in die MAG Lite reinbekommt. Am Ende wurde es dann wieder in der kurzschlußtypischen Art in Luftfahrtharz eingegossen und so für die Ewigkeit haltbar gemacht und isoliert.
Besonders hab ich diesmal auf Effizienz geachtet. Die Bypassdioden, die auch schon im Datenblatt empfohlen werden, sind dabei, auch um den LTC nicht abrauchen zu lassen. Das hat mich beim letzten Projekt mit dem Ding vier ICs gekostet.
Ansonsten hab ich die Stützelkos aufgelöst. Empfohlen werden 10µF, ich hab 5,6µF und 100µF parallel geschaltet. Das garantiert einen besonders glatten Stromverlauf und geringen ESR. Zudem ist die Spule und alle Leitungen mit gepulstem Strom aus HF-Litze mit ordentlich Querschnitt gewickelt, so daß auch hier die Verluste klein gehalten werden.
Zuletzt schaltet der mechanische Schalter der MAG-Lite auch nur noch die paar µA, die durch die Einschaltbeine des LTC fließen, der Dickstrom geht über permanente Verbindungen. Seitdem flackert auch nix mehr.
Die Spule ist selbstgewickelt, eine Windung durch eine Ferritperle von einer alten Platine liegt bei gemessenen 6,5µH und reicht vollkommen aus.
Besonderes Feature ist die Unterspannungserkennung. Da der LTC über zwei Einschaltbeine für die beiden programmierbaren Stromniveaus verfügt, die bei exakt 0,7V schlagartig schalten, kann man einen dieser Schwellwertschalter mit nem Spannungsteiler auf die Versorgungsspannung schalten, so daß die 0,7V erst bei 3V Akkuspannung erreicht werden. Unter dem schaltet sich das Stromniveau zuverlässig ab. Somit hab ich kein Problem mit tiefentladenen Akkus.
Im Einzelnen liegt das erste, permanent eingeschaltete Stromniveu bei 150mA, das zweite von 750 schaltet sich bei über 3V dazu, macht 900mA. Damit kann man die Lampe auch noch mit der normalen Halogenlampe perfekt laufen lassen. Falls man doch mal lange Licht braucht, die 150mA fließen bis fast auf 2V herunter. Man steht also nicht unvermittelt im Dunklen.
Das LED-Replacement ist aus 1mm Cu-Blech selbstgebaut, um eine effektive Wärmeableitung zu garantieren. Schaltungstechnisch ist da nix mehr drin. Bisher hat es von der Kühlung gereicht, wenn auch recht knapp. Etwas mehr Fläche könnte nicht schaden.
Ergebnis ist Licht satt, ca. 3x mehr als mit der Halogenlampe. Zudem kann die LED mit wenigen Handgriffen getauscht werden, z.B. gegen eine warmweiße.
Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Die Fokussierbarkeit der LED ist wider Erwarten ähnlich gut der Glühlampe. Was zudem noch auffällt, daß die LED viel mehr Licht noch in die Breite noch vorn heraus emittiert, deswegen fällt der Spot auf dem Foto nicht so enorm heller aus. Alle Fotos sind mit gleicher Belichtung aus gleicher Entfernung aufgenommen.
Alles in allem ein sehr erfolgreiches Projekt - vor allem der LTC3454 gefällt mir immer besser. Der ist für die Anwendung mit einer LiIon Zelle oder drei Ni Zellen fast perfekt zu nennen.
Vor allem die Möglichkeit der Unterspannungsabschaltung ist genial und funktioniert sehr zuverlässig. Erreichen die drei Akkus 3V, ist eine Zelle exakt leer!
PS.: Wer findet den LTC3454 auf den Fotos?
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kurzschluß« (18. Oktober 2009, 21:14)