Der Drang zur Übertreibung

    Der Drang zur Übertreibung

    Hallo liebe Leser,

    es war (mal) wieder an der Zeit, sich in seiner Freizeit mit Dingen zu befassen, welchen der Normalbürger in seiner wohlverdienten Freizeit niemals nachgehen würde.
    Auf der Suche nach einigen Bauteilen bzw Neuerungen und Webseiten bzw Shops welche auch für deutsche Privatkunden gut Erreichbar sind, fand ich plötzlich led-tech.de und war positiv überrascht.

    Nachdem ich mich kurz durch das Forum gelesen habe, stolperte ich über einen Thread in welchem der Betreiber des Shops sogar auf Wünsche seiner User im Forum einging und dies letztendlich sogar Einfluss auf das Online Angebot hatte. Sowas habe ich bisher noch nicht gesehen und dass sich in diesem Forum Menschen mit gleichen Interessen, die zufällig auch meine sind, zusammengefunden haben, finde ich schonmal richtig nice.

    Da das hier mein erster Thread wird, stelle ich mich kurz vor: Ich bin leider schon bald 30 Jahre alt, noch am studieren und befasse mich in meiner Freizeit recht viel mit LED's/COB's und deren Anwendung in der Pflanzenzucht.

    Wie in meinem Titel bereits erwähnt, habe ich einen "leichten" Drang zur Übertreibung sobald ich mich für eine Sache begeistert habe.
    Wie, und in welchem Ausmaß diese "Übertreibung" am Ende aussieht, werde ich nach und nach in diesem Thread weiter ausführen.

    Als kleine Übersicht über die kommenden Themen:
    • Meine wassergekühlte photosynthetische Forschungslampe mit 60 LED's (12 versch. Spektren / jedes Spektrum in 256 Schritten 0 - 100% dimmbar) und 5 COB's ( 2 versch. Spektren / 10 - 100% dimmbar)
    • Meine 220W passiv gekühlte Single-COB Pflanzenlampe ( dimmbar von 10 - 220W / @ 220W bei 21°C Raumtemp. ca 65°C Kühlkörpertemp. )
    • Mein wassergekühlter Deckenfluter ( dimmbar von 4 - 170W )

    Bis ich alle Sachen zusammengesucht habe ( Bilder und Beschreibungen ) werde ich den Thread erstmal starten und ihn später erweitern. Wer weiß, vllt interessierts auch keinen haha

    Grüße L0wbob
    Meine wassergekühlte photosynthetische Forschungslampe mit 60 LED's (12 versch. Spektren / jedes Spektrum in 256 Schritten 0 - 100% dimmbar) und 5 COB's ( 2 versch. Spektren / 10 - 100% dimmbar)

    Die Grundidee war eine Lampe zu bauen mit der man den Einfluss unterschiedlicher Wellenlängen auf das Pflanzenwachstum testen kann. Dafür habe ich mich für 12 verschiedene Wellenlängen entschieden. Unterstützt wurde das ganze von 5 COB's mit 2 unterschiedlichen Vollspektren. Ich wollte es wassergekühlt und habe es auch so umgesetzt, wobei dies nicht von Nöten gewesen wäre :)

    Dazu wäre noch zu sagen, dass dies mein erstes Projekt im Bereich Elektronik war und nur einen Prototypen darstellen sollte.

    [Eckdaten]
    60 x 3W LED , 5 Stück pro 1 Dimmer, dimmbar in 256 Schritten von 0 - 100% ( 100% bei 700 mA ), passiv gekühlt
    5 x Cree CXB3590, 4x 3500k, 1x 5000k im Zentrum, dimmbar über Meanwell Treiber HLG240H-C1400B von 10 - 100% ( 100% bei 1,4 A ), wassergekühlt

    [Ausleuchtung]
    ca 1,5 x 1,5 m bei ca 55 - 60 cm Abstand

    [Bilder]

    Alles von oben


    Alles von unten ausgeschaltet


    Alles von unten nur weiß


    Alles von unten alles max


    1x 3500K + Monos ausgeschaltet


    1x 5000K + Monos ausgeschaltet


    Alle Monos von unten max


    (4x 3500K + 1x 5000K) @ 1,4 A


    Mono 390nm


    Mono 410nm


    Mono 430nm


    Mono 440nm


    Mono 455nm


    Mono 490nm


    Mono 590nm


    Mono 600nm


    Mono 630nm


    Mono 660nm


    Mono 740nm


    Mono full spectrum 400 - 840nm


    Alle Monos max

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „L0wbob“ ()

    Meine 220W passiv gekühlte Single-COB Pflanzenlampe

    Ich wollte mir eine lautlose aber dennoch ( falls nötig ) sehr starke Pflanzenlampe bauen um meine private Chillizucht über den Winter zu bringen. Ziel dabei war, dass die Lampe dimmbar ist und selbst unter dauerhafter Maximalleistung keine Probleme bekommt.

    [Eckdaten]
    Bridgelux Vero29 3000K (BXRC-30E10K0-C-73)
    Meanwelltreiber HLG-320H-C2800B dimmbar von 0 - 100% ( 100% @ 220W )

    [Ausleuchtung]
    Wurde mit einem 90° Reflektor ausgerüstet und hat dementsprechend pro cm Abstand auch 1 cm Radius beim Ausleuchtungskreis

    [Bilder]

    Treiber


    Kühlkörper von oben


    Kühlkörper von unten


    Kühlkörper im Größenvergleich zum Treiber


    Betrieb

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „L0wbob“ ()

    Mein wassergekühlter Deckenfluter ( dimmbar von 4 - 170W )

    Aus purer Langeweile und übrig gebliebenen Teilen vergangener Projekte wollte ich mir noch einen nützlichen Deckenfluter basteln.

    [Eckdaten]
    Cree CXB3590 5000K
    Altes Laptop Netzteil ( 19V, 11,57A ) mit einem step up und einem step down wandler ( step up für bis zu 3,2A | step down für 12V Wasserkühlung )

    [Ausleuchtung]
    Wurde ebenfalls mit einem 90° Reflektor ausgerüstet und hat dementsprechend pro cm Abstand auch 1 cm Radius beim Ausleuchtungskreis. Wird bei mir auf die weiße Wand gestrahlt.

    [Bilder]
    folgen...
    Willkommen im roten Forum! Ich freue mich, dass es mal wieder Projektvorstellungen geben wird. Die sind in letzter Zeit seltener geworden. Mit fortschreitender Verbreitung wird der Eigenbau zunehmend uninteressant für viele. Aber vieles kann man eben so wie man es haben will doch noch nicht kaufen. Sieh (und @all seht) das als Aufforderung auf jeden Fall deine (eure) Projekte vorzustellen, bzw. auch hier zu entwickeln. Genau davon lebt so ein Forum und für mein Gefühl ist es in dieser Richtung etwas zu ruhig geworden...

    Tristan schrieb:


    Wozu die dicken Widerstände?


    Ich hatte damals noch einen Meanwell Treiber rumliegen ( 24V ) und hatte bei 5 LED's ( 3V ) in Reihe noch bissl was zu "verbraten".
    Ich fand es leichter ein paar Widerstände zu nutzen als einen neuen Treiber zu kaufen.
    ( Würde ich heutzutage nie wieder so machen, war aber wie gesagt mein erstes Projekt im Bereich Elektronik, deshalb auch die "plumpe" Lösung haha )

    L0wbob schrieb:


    Bridgelux COB 2700K

    Warum 2700 K? Halte ich persönlich jetzt für nicht sonderlich geeignet. Warum orientierst du dich nicht einfach an der Farbtemperatur des Tageslichts?

    Meanwelltreiber HLG-320H-C2800B dimmbar von 0 - 100% ( 100% @ 220W )

    Mal abgesehen, daß das Ding nur zwischen 6 und 100 % dimmbar ist und dann von 6 auf 0 % springt, warum ein 320-Watt-Netzteil für 220 Watt COB? Seinen maximalen Wirkungsgrad erreicht das Gerät bei Vollast, warum das nicht ausnutzen?

    Mich interessiert, was das für ein Kühlkörper ist.
    结局很近。

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Cossart“ ()

    Cossart schrieb:


    Warum 2700 K? Halte ich persönlich jetzt für nicht sonderlich geeignet. Warum orientierst du dich nicht einfach an der Farbtemperatur des Tageslichts?


    Da ich schon etwas länger auf diesem Bereich unterwegs bin und auch dementsprechend genügend Tests hinter mir habe, habe ich persönlich festgestellt, dass Pflanzenlampen meist einen zu hohen Blauanteil haben, was bei späterer Früchtebildung zu einem Mangel an Rotanteil führt. Während der Blüte brauch die Pflanze weitaus mehr Rotanteil als Blauanteil und durch den fehlenden Teil des Rotes ist die Früchtebildung nicht ganz optimal. Dies habe ich in meinen letzten Versuchen durch zusätzliches Rotspektrum gelöst. Bei diesem COB hatte ich absichtlich auf mehr Rotanteil gezielt um mir späteres hinzufügen von Rotanteil zu ersparen. Der dadurch fehlende Blauanteil bewirkt nur minimale Größenunterschiede der gesamten Pflanze ( 5 - 10 cm ) und ca 1 Woche mehr Wachstumsphase aber die Früchte ( Chillies in meinem Fall ) waren im Durchschnitt 2 -4 Gramm schwerer und optisch sichtbar größer.

    Solltest du weitere Gründe wollen, schau dir mal den Emerson-Effekt an. Dadurch, dass ich eine höhere relative Spektrale Verteilung im Rotbereich habe, habe ich auch höhere Gesamtintensitäten auf besagten Wellenlängen, der dadurch entstehende "boost" ist spürbarer.

    Es gibt noch einige Gründe wieso ein Rotspektrum weitaus sinnvoller ist als ein Blauspektrum ( vorausgesetzt das beste Endergebnis als Frucht ist mein Ziel und nicht die größte Pflanze ) aber ich glaube mehr sind nicht von Nöten. Falls doch lass es mich wissen ;)

    Cossart schrieb:


    Mal abgesehen, daß das Ding nur zwischen 6 und 100 % dimmbar ist und dann von 6 auf 0 % springt, warum ein 320-Watt-Netzteil für 220 Watt COB? Seinen maximalen Wirkungsgrad erreicht das Gerät bei Vollast, warum das nicht ausnutzen?


    Jo sorry bei den 0% habe ich mich etwas vertan.

    Zu deiner Frage: Es handelt sich bei mir um den Vero29C welcher bei 2,8A ca 73V verspeißt. ( 3,420 A absolutes max )
    Mein Ziel war, so nah wie möglich an das Maximum des COB's zu gelangen ( ich wollte nicht so effizient wie möglich sein, sondern mit einem einzigen dimmbaren Konstantstromtreiber so nah wie möglich an das Limit ohne mir sorgen machen zu müssen, dass wenn ich den Treiber auf Maximum stelle, der COB zerstört wird )

    Bei 240W wäre beim "HLG-240H-C2100B" Schluss gewesen. 2,1A ist nicht annähernd an 3,42A.
    Mit dem "HLG-240H-C1750B" kann ich nicht unter ein bestimmtes Minimum dimmen da ca 71V laut Datenblatt gefordert sind und der COB im Minimum 64,2V nimmt.

    Deshalb habe ich mich für den 320W Treiber entschieden. Das 2100er Model wäre wie bei 240W nicht nah genug an meinem Ziel, außerdem wäre laut Datenblatt Mindestspannung 76V nötig, was über dem Maximum des COB's ist.

    Deshalb der 2800er, der meine Angaben vollkommen erfüllt hat. Auch wenn der Wirkungsgrad nicht so hoch ist wie bei Volllast.

    Cossart schrieb:


    Mich interessiert, was das für ein Kühlkörper ist.


    Ja dafür habe ich relativ lange gesucht und bisher lag bei allen die größte Aufmerksamkeit auf dem Kühlkörper. Das ist das mittelklasse Modell (für 200-300W) und wiegt nur 1KG. Leider aber sau schwer dran zu kommen, da diese in Japan produziert werden. Gesamtpreis war ca 144$ mit Importsteuer und Versand. ( nochmal eben nachgeschaut )

    Da ich hier keine Werbung machen möchte, stelle ich hier keinen Link öffentlich zur Verfügung. Kannst mir aber gern ne PN schreiben. Oder @Tristan erlaubt es mir ^^

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „L0wbob“ ()

    L0wbob schrieb:

    sehr starke Pflanzenlampe bauen um meine private Chillizucht über den Winter zu bringen


    Meine Versuche der Überwinterung von Chili-Pflanzen sind bisher trotz Beleuchtung als gescheitert anzusehen. Einerseits haben sich hordenweise Blattläuse eingefunden, die ich nicht chemisch bekämpfen wollte und andererseits haben die wenigen Pflanzen, die ich schließlich "rübergerettet" habe, im zweiten Jahr nur vergleichsweise wenige Früchte angesetzt (baccatum-Sorten). Wie alt sind deine Pflanzen? Kannst du da über die Saisons einen Trend ausmachen, wann sie am meisten tragen? Schneidest du radikal zurück?

    L0wbob schrieb:

    Da ich hier keine Werbung machen möchte, stelle ich hier keinen Link öffentlich zur Verfügung. Kannst mir aber gern ne PN schreiben. Oder @Tristan erlaubt es mir

    Das ist in diesem Forum glücklicherweise unproblematisch, solange man nicht stumpfes Werben/Spammen betreibt.

    BTW, der Cossart ist sowas wie das wandelnde Kompendium zu wissenschaftlichen Abhandlungen über Pflanzenzucht unter Kunstlicht. Wenn es da an Lesestoff mangelt kann er sicher ein paar gute Tipps geben.

    Juisoo schrieb:

    L0wbob schrieb:

    sehr starke Pflanzenlampe bauen um meine private Chillizucht über den Winter zu bringen


    Meine Versuche der Überwinterung von Chili-Pflanzen sind bisher trotz Beleuchtung als gescheitert anzusehen. Einerseits haben sich hordenweise Blattläuse eingefunden, die ich nicht chemisch bekämpfen wollte und andererseits haben die wenigen Pflanzen, die ich schließlich "rübergerettet" habe, im zweiten Jahr nur vergleichsweise wenige Früchte angesetzt (baccatum-Sorten). Wie alt sind deine Pflanzen? Kannst du da über die Saisons einen Trend ausmachen, wann sie am meisten tragen? Schneidest du radikal zurück?


    Ich kenne das Problem der Blattläuse, habe deshalb die letzten zwei Jahre während der warmen Tage bereits mit Brennnessel Jauche vorgesorgt und betreibe im Winter ein Pflanzenzelt, welches einen Pollenfilter vor dem Lufteinsaugloch hat um lästige Ungeziefer fernzuhalten. Da ich vor meinem 220W COB Lämpchen auch mit Problemen wie schlechter Wuchs nach Überwinterung, teilweises Absterben von Blättern nach Umstellung von LED auf Sonnenlicht und ebenfalls geringere Anzahl an Früchten zu kämpfen hatte, wollte ich es mit einem rötlicheren Licht versuchen.

    Leider hat das bei den bereits betroffenen Pflanzen nicht mehr viel gebracht. Habe dann vor 2 Jahren neu angefangen mit einer California Reaper und einer Bhut Jolokia. Diese habe ich ziemlich radikal geschnitten und einen Winter "überwintert", mit meiner Meinung nach besseren Ergebnissen im 2. Sommer als im Vergleich zur Überwinterung mit einer Standard Pflanzen Lampe ausm Laden. Leider sind beide dann bei einem spontanen Hagelsturm draufgegangen :( Deshalb habe ich dieses Jahr in meinem Pflanzenzelt neu angefangen und konzentriere mich jetzt nur auf 1 Pflanze.

    Juisoo schrieb:

    L0wbob schrieb:

    Da ich hier keine Werbung machen möchte, stelle ich hier keinen Link öffentlich zur Verfügung. Kannst mir aber gern ne PN schreiben. Oder @Tristan erlaubt es mir

    Das ist in diesem Forum glücklicherweise unproblematisch, solange man nicht stumpfes Werben/Spammen betreibt.


    Na wenn das so ist ^^

    Firma:
    furukawa.co.jp/ELC/english/products/hyc.htm

    Mein Modell:
    HB-WHP-1000-B

    Musste ihn aus den USA importieren lassen. Konnte ich zufälligerweise bei cdiweb.com ab einer mindestmenge von 1 bestellen.

    Juisoo schrieb:


    BTW, der Cossart ist sowas wie das wandelnde Kompendium zu wissenschaftlichen Abhandlungen über Pflanzenzucht unter Kunstlicht. Wenn es da an Lesestoff mangelt kann er sicher ein paar gute Tipps geben.


    Ok nice.
    Vllt kann er mir sagen ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich statt der CRI 80 Version den ich ausversehen gekauft habe, die CRI 90 Version gekauft hätte. ( Unabhängig von der Farbe ).
    Ebenfalls habe ich leider nur die 3SDCM Version erhalten, ob eine 2SDCM Version nochmal ein bisschen mehr bringen würde? ( wäre nur eine 30K Differenz )

    Interessant wäre auch zu wissen, ab wie viel PPF / µmol/s ( mit Berücksichtigung des DLI ) eine Chilipflanze CO2 brauchen würde ( nicht das ich es unbedingt vor hätte, aber wär nice was dazu zu lesen )
    Da ich meine jetzige Chili im AutoPotXL bewässere, wäre mal gut zu wissen ob DWC oder RDWC nochmal einen boost bringen könnte, falls ja gibt es Düngepläne dafür? PH? ppm? ( bitte kein EC )

    Danke im voraus
    L0wbob

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „L0wbob“ ()

    Morgen…

    Ich hab bislang einmal Chilipflanzen überwintert, die überwinterten trugen früher und mehr Früchte als neu ausgesäte. Das zweite Mal Überwintern hat nicht mehr geklappt, da hat die weiße Fliege den Bestand niedergemacht.

    Gänzlich unbeleckt in Sachen Pflanzenkultur bin ich auch nicht. Ich habe inzwischen Tomaten, Paprika und auch Erdbeeren (gegen die sind die vorgenannten Dunkelpflanzen!) rein unter LED-Licht vom Samen bis zur Ernte gebracht.

    Mit Aussagen wie "die Pflanze hat unter der Lichtfarbe aber mehr/größere Früchte / mehr Laub / mehr sonstnochwas" gebracht, wäre ich außerordentlich vorsichtig. Solange die Tests nicht unter konstanten Rahmenbedingungen wie Düngung, Klima, Photonenfluß und mit einer statistisch signifikanten Anzahl von Pflanzen durchgeführt werden, besitzen sie, so leid es mir tut, keinerlei Aussagekraft. Sie sind lediglich ein belangloser Schnappschuß. Die von dir beobachteten Unterschiede können tausend andere Gründe als die Lichtfarbe haben - und haben sie wahrscheinlich auch. Der Mensch ist sehr anfällig für den Effekt der "illusorischen Korrelation", Firmen, die uns was verkaufen wollen, nutzen dieses psychologische Phänomen weidlich aus. In der wissenschaftlichen Methodik werden daher Versuchsreihen, wenn irgend möglich, doppelt verblindet. Einzelberichte besitzen ein gegen Null gehendes Signifikanzniveau.

    Du hast den genauen Typ der verwendeten Bridgelux-COB nicht genannt. Ich hab daher einfach mal eine BXRC-27G10K0-C-7X (2700 K) gegen eine BXRC-56G10K0-C-74 (5600 K) verglichen. Die 5600er COB macht bei 2800 mA Bestromung gut 10 % mehr Photonenfluß als die 2700er und darauf kommts in erster Näherung an. Mit dem Emerson-Effekt kriegst du das nicht hin, zumal der Effekt eh nicht gezielt ausnutzbar ist.

    L0wbob schrieb:


    Vllt kann er mir sagen ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich statt der CRI 80 Version den ich ausversehen gekauft habe, die CRI 90 Version gekauft hätte. ( Unabhängig von der Farbe ).

    Von Anwesenden in der dritten Person zu sprechen, ist unhöflich :D … Ja, kanner. Vor einigen Jahren noch machten LEDs mit besseren Farbwiedergabeindizes weniger µmol/J PAR PPF als LEDs schlechterer Farbwiedergabe. Inzwischen ist das ziemlich gleich. Es mehren sich die Hinweise, daß Pflanzen am liebsten unter einem vollständigen Spektrum wachsen, von daher wäre die CRI-90-Version die bessere Wahl gewesen.

    Ebenfalls habe ich leider nur die 3SDCM Version erhalten, ob eine 2SDCM Version nochmal ein bisschen mehr bringen würde? ( wäre nur eine 30K Differenz )

    Weder du, noch die Pflanzen würden irgendeinen Unterschied bemerken. Sein Datenblatt kennt allerdings gar keine 2SDCM-Version…

    Mit CO2-Zufuhr hat er sich noch nicht beschäftigt und wird's auch nicht tun, von daher kann er dir dazu keine Auskunft geben.

    Da ich meine jetzige Chili im AutoPotXL bewässere, wäre mal gut zu wissen ob DWC oder RDWC nochmal einen boost bringen könnte, falls ja gibt es Düngepläne dafür? PH? ppm? ( bitte kein EC )

    Er betreibt zwar keine hydroponischen Systeme, da er aber seine Pflanzen in nährstofffreiem Substrat (Kokos) kultiviert, kann er dir dahingehend Auskunft geben, daß adulte Chilipflanzen gut im Futter stehen wollen und EC-Werte bis in die Gegend 3,0 noch in Wachstum bzw. Fruchtbildung umsetzen können. Bei seiner eigenen Düngung orientiert er sich an folgender Literatur:
    • The Best of Growing Edge Volume 3
    • Fertigation of Bell Pepper (Capsicum annuum L.) in a Soil-less Greenhouse System: Effects of Fertiliser Formulation and Irrigation Frequency
    • Growing Bell Peppers in Soilless Culture under Open Shade Structures
    • Nutritional recommendations for PEPPER in open-field, tunnels and greenhouse


    Generell besteht die höchste Über-alles-Verfügbarkeit der Makro- und Spurennährstoffe bei pH-Werten unter 7,0, Werte in der Gegend 5,5…6,0 hält er für optimal. Selber entcarbonisiert er sein Gießwasser mit Citronensäure, wodurch sich von selbst ein sauerer pH-Wert einstellt. In der Hydroponik muss man dafür Mineralsäuren einsetzen, organische Säuren funktionieren aufgrund ihrer raschen bakteriellen Zersetzung nicht.

    Daß du mit 2800 mA bestromst, hat er übersehen. Dann funktioniert tatsächlich nur das HLG-320C.

    In diesem Sinne…
    结局很近。

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Cossart“ ()

    Paprika, Tomaten etc. blühen ja auch im Frühling und Sommer, also dann, wenn das Tageslicht mit ~5500K seine höchste Farbtemperatur erreicht. 2700K werden nur morgens und abends erreicht, wo der Lichtstrom nur einen kleinen Bruchteil beträgt und da die Relevanz fehlt. Aussagen wie Rot ist für die Blüte stammen aus dem Hanfbereich, einer Pflanze die im Herbst blüht, wo die Farbtemperatur geringer ist. Aber auch dann ist diese nicht so niedrig. Hier stellt sich auch die Frage, ob es da wirklich diesen Kausalzusammenhang und in welcher Stärke gibt, oder ob da nicht einfach nur eine Korrelation vorliegt die missinterpretiert wird.

    Cossart schrieb:



    Mit Aussagen wie "die Pflanze hat unter der Lichtfarbe aber mehr/größere Früchte / mehr Laub / mehr sonstnochwas" gebracht, wäre ich außerordentlich vorsichtig. Solange die Tests nicht unter konstanten Rahmenbedingungen wie Düngung, Klima, Photonenfluß und mit einer statistisch signifikanten Anzahl von Pflanzen durchgeführt werden, besitzen sie, so leid es mir tut, keinerlei Aussagekraft. Sie sind lediglich ein belangloser Schnappschuß. Die von dir beobachteten Unterschiede können tausend andere Gründe als die Lichtfarbe haben - und haben sie wahrscheinlich auch. Der Mensch ist sehr anfällig für den Effekt der "illusorischen Korrelation", Firmen, die uns was verkaufen wollen, nutzen dieses psychologische Phänomen weidlich aus. In der wissenschaftlichen Methodik werden daher Versuchsreihen, wenn irgend möglich, doppelt verblindet. Einzelberichte besitzen ein gegen Null gehendes Signifikanzniveau.


    Yo da bin ich auf deiner Seite, deshalb habe ich ja gesagt, dass ich persönlich zu der Feststellung kam. Trotzdem würde ich nicht soweit gehen und sagen, dass es wahrscheinlich nicht am Licht liegt.
    Der Einfluss von Licht ist enormer als man denkt.

    Cossart schrieb:



    Du hast den genauen Typ der verwendeten Bridgelux-COB nicht genannt. Ich hab daher einfach mal eine BXRC-27G10K0-C-7X (2700 K) gegen eine BXRC-56G10K0-C-74 (5600 K) verglichen. Die 5600er COB macht bei 2800 mA Bestromung gut 10 % mehr Photonenfluß als die 2700er und darauf kommts in erster Näherung an. Mit dem Emerson-Effekt kriegst du das nicht hin, zumal der Effekt eh nicht gezielt ausnutzbar ist.


    Meine Idee war, den fehlenden Photonenfluss durch eine erhöhte Leistung zu kompensieren. Wie dir vllt aufgefallen sein könnte, sind 220W eine enorme Leistung und würden so ziemlich jede Pflanze unter sich zu Tode braten ( selbst bei abständen größer 60cm ). Da dann das 2700K Spektrum mit mehr Rotanteil den Emerson-Effekt stärker unterstützen würde als ein 5600K Spektrum, denke ich, dass selbst wenn der Effekt nicht gezielt ausnutzbar ist, ein 2700K Spektrum mit erhöhter Leistung bessere Ergebnisse liefern würde als ein 5600K Spektrum, welches mit weniger Leistung betrieben wird.
    Außerdem habe ich gelesen, dass ein Rotspektrum bei Chilis zu einem erhöhten Höhen-Wachstum führt und ein Blau-Spektrum zu einem eher buschigen Wachstum führen kann. Da sich mein Platz begrenzt, wäre Höhe für mich leichter zu handeln als Breite.

    Cossart schrieb:


    L0wbob schrieb:


    Vllt kann er mir sagen ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich statt der CRI 80 Version den ich ausversehen gekauft habe, die CRI 90 Version gekauft hätte. ( Unabhängig von der Farbe ).


    Von Anwesenden in der dritten Person zu sprechen, ist unhöflich :D … Ja, kanner. Vor einigen Jahren noch machten LEDs mit besseren Farbwiedergabeindizes weniger µmol/J PAR PPF als LEDs schlechterer Farbwiedergabe. Inzwischen ist das ziemlich gleich. Es mehren sich die Hinweise, daß Pflanzen am liebsten unter einem vollständigen Spektrum wachsen, von daher wäre die CRI-90-Version die bessere Wahl gewesen.


    Ich sehe schon, ich muss wohl etwas deeskalierend agieren, es war nicht meine Absicht unhöflich zu sein.
    Persönlich habe ich mitverfolgt, dass der Abstand zwischen LED's gleicher Leistung von CRI 80 zu CRI 90 im Bereich des Photonenflusses im Verlauf der letzten Jahre immer kleiner wurde.
    Allerdings habe ich noch keine LED gesehen, bei der der Photonenfluss "gleich" für CRI 80 und CRI 90 wäre. Bisher war der geringere CRI-Wert immer mit einem höheren Photonenfluss verbunden.

    Solange ich allerdings das System von CRI nicht falsch verstanden habe, ergibt sich der CRI-Wert aus den Messungen der Testfarben. Je genauer die definierten Farben nach Bestrahlung mit der Lichtquelle sind desto höher der Wert. Damit eine Farbe in ihrer "wahren" Farbe reflektieren kann, muss Licht auf dieser(n) Wellenlänge(n) ausgestrahlt werden. Kommen nur Wellenlängen vor, welche näherungsweise an die "wahre" Farbe ran kommen, werden diese gar nicht oder nur zum Teil reflektiert und die Farbe erscheint in einer "unechten" Farbe. Dadurch würde ein höherer CRI-Wert auch eine höhere Anzahl an Wellenlängen einer Farbe entsprechen ( Leistung außer acht gelassen ). Durch die Erkenntnis, dass Pflanzen unter Vollspektrum "vermutlich" besser wachsen, stellt sich mir also die Frage, ob eine höhere Anzahl an Wellenlängen im PAR-Spektrum auch eine höhere Photosynthese fördern würden ( bei gleicher Gesamtleistung )

    Cossart schrieb:


    Ebenfalls habe ich leider nur die 3SDCM Version erhalten, ob eine 2SDCM Version nochmal ein bisschen mehr bringen würde? ( wäre nur eine 30K Differenz )

    Weder du, noch die Pflanzen würden irgendeinen Unterschied bemerken. Sein Datenblatt kennt allerdings gar keine 2SDCM-Version…


    Alles klar. Zu deiner Info, Seite 26, Table 8 ;)

    Cossart schrieb:


    L0wbob schrieb:


    Da ich meine jetzige Chili im AutoPotXL bewässere, wäre mal gut zu wissen ob DWC oder RDWC nochmal einen boost bringen könnte, falls ja gibt es Düngepläne dafür? PH? ppm? ( bitte kein EC )


    Er betreibt zwar keine hydroponischen Systeme, da er aber seine Pflanzen in nährstofffreiem Substrat (Kokos) kultiviert, kann er dir dahingehend Auskunft geben, daß adulte Chilipflanzen gut im Futter stehen wollen und EC-Werte bis in die Gegend 3,0 noch in Wachstum bzw. Fruchtbildung umsetzen können. Bei seiner eigenen Düngung orientiert er sich an folgender Literatur: The Best of Growing Edge Volume 3
    Fertigation of Bell Pepper (Capsicum annuum L.) in a Soil-less Greenhouse System: Effects of Fertiliser Formulation and Irrigation Frequency
    Growing Bell Peppers in Soilless Culture under Open Shade Structures
    Nutritional recommendations for PEPPER in open-field, tunnels and greenhouse


    Danke, kannst ihm sagen das ich mich da mal durchlesen werde ;)
    Btw.: EC-Werte sind immer Abhängig von dem Land aus dem sie kommen. Zwischen den USA, der EU und Australien kann sich der EC-Wert ziemlich unterscheiden (1.0 EC kann entweder 500, 640 oder 700 ppm bedeuten. Deshalb ist meiner Meinung nach ppm der einzige Wert nachdem man gehen sollte )

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „L0wbob“ ()

    L0wbob schrieb:

    Btw.: EC-Werte sind immer Abhängig von dem Land aus dem sie kommen. Zwischen den USA, der EU und Australien kann sich der EC-Wert ziemlich unterscheiden (1.0 EC kann entweder 500, 640 oder 700 ppm bedeuten. Deshalb ist meiner Meinung nach ppm der einzige Wert nachdem man gehen sollte )

    Umgekehrt: EC ist der Wert, den das EC-Meter anzeigt und der ist in jedem Land gleich. Nicht gleich sind die Umrechnungsfaktoren EC → ppm, deshalb sollte man EC-Werte und nicht ppm angeben.
    结局很近。
    Ok interessant, ich dachte, von der Chemie aus kommend, dass man Wasser mit Dünger als Stoffkonzentration sehen kann und der Dünger eine "Verunreinigung" des Wassers mit einer bestimmten Anzahl an parts per million darstellt.

    Deshalb hatten mich die unterschiedlichen Werte für ppm die den gleichen EC-Wert ergeben, zum zweifeln gebracht.
    Die "Verunreinigung" kann man aber nicht messen. Was man messen kann ist die elektrische Leitfähigkeit (deshalb EC - Electric Conductivity), ppm ist nur ein Rechenwert aus der Leitfähigkeit und da kommen je nach Land und Definition unterschiedliche Umrechnungsfaktoren zur Anwendung.

    Ein ppm-Meter ist auch nur ein Leitfähigkeitsmeter, dem die Umrechnung bereits einprogrammiert ist.
    结局很近。