[Gelöst] Defektes Schaltnetzteil reparieren

    [Gelöst] Defektes Schaltnetzteil reparieren

    Hallo Leute,
    ich habe hier ein kaputtes Audio-interface (motu 8pre) liegen, bei dem ich annehme, dass das interne Netzteil defekt ist.
    Im offenen Zustand habe ich mal gemessen und festgestellt, dass am Ausgang des Netzteils keine Spannung anliegt. Wenn man etwas an dem ganzen Teil wackelt, flackern manchmal kurz die Leds an der Front.
    Das ist der Grund, weshalb ich irgendwo am Netzteil einen Defekt vermute.
    .
    Nun die Frage an Euch:
    Welche Möglichkeiten gibt es, zu bestimmen, was genau defekt ist ?
    Das Teil besteht aus einer 2-seitigen Platine, wobei die Bauteile alle oben sind und unten nur Leiterbahnen verlaufen.
    Ich hänge ein paar Bilder davon an. Vielleicht kann mir jemand erklären an welchem Punkt man was messen kann oder so.

    Für Tipps wäre ich sehr dankbar.
    Bilder
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    Grüße Salocin_13
    Als erstes Mal die Standardfehler ausschließen. Also Sicherung messen und Elkos messen. Elkos dürfte eine der häufigsten Fehlerursachen sein, der Großteil der Netzteile (12V TFT Netzteile mit 5/6A und einige Meanwell) die ich in Betrieb habe, hatten alle nur ein Elko Problem.

    Allerdings wundert mich dein "Wackeltest" etwas. Also zusätzlich mal die Lötstellen prüfen.
    Hm, also die Sicherung ist in Ordnung.
    Auch wenn Elkos normal häufige Fehlerquellen sind, denke ich nicht, dass es an einem liegt.
    Ich hab von SNTs nicht wirklich viel Ahnung, aber was mich wundert: Relativ am Anfang sitzt ein Gleichrichter. Von dem geht + und - an einen dicken Elko (der auf dem Bild das typenschild hat).
    Masse geht von dort aus auch weiter, aber die + Leitung kann ich beim Durchpiepsen an keinem Lötpunkt wiederfinden. Liegt hier vielleicht der Fehler ?
    Das dumme ist nur, ich habe keine Ahnung, wo + denn hingehen sollte. Einen Schaltplan findet man zu dem Teil natürlich nicht.
    Grüße Salocin_13
    Der Plus des Ladeelkos sollte (in aller Regel) an einem der Anschlüsse des Wandlerübertragers direkt messbar sein.
    Da die Wicklungen relativ niederohmig sind, müsste dann noch zu einem weiteren Anschluss (fast) Durchgang messbar sein.

    evtl. die Übertrageranschlüsse unter Zugabe von etwas Flussmittel nachlöten ...
    Das wäre auch der erste Ansatzpunkt, mal anhand der Bauteile und Leiterbahnen verfolgen den Schaltplan nachzuzeichnen - ohne tut man sich natürlich etwas schwer zu entscheiden, wo man was messen soll...

    salocin_13 schrieb:

    was mich wundert: Relativ am Anfang sitzt ein Gleichrichter. Von dem geht + und - an einen dicken Elko (der auf dem Bild das typenschild hat).
    Das ist normal - siehe dazu (Google) die Funktionsweise eines solchen Geräts, erst wird gleichgerichtet, dann (natürlich geregelt) die Spannung mit hoher Frequenz "zerhackt" und runtertransformiert, dann wieder gleichgerichtet und gesiebt - so als ganz grobe Erklärung.

    salocin_13 schrieb:

    aber die + Leitung kann ich beim Durchpiepsen an keinem Lötpunkt wiederfinden. Liegt hier vielleicht der Fehler ?
    schon möglich - ich hatte das schon mal bei so nem SNT, dass da noch ne PTC-Sicherung (oder sowas, schlagmichtot wie's genau heisst 8o) drin war, die war durch, sah' aus wie ein Widerstand, daher auch nicht gleich auf die Idee gekommen, da mal zu messen...

    wie gesagt, erst mal Schaltplan aufnehmen, dann kann man mal die wichtigsten Sachen messen, wie, wird die Gleichspannung auf der Primärseite überhaupt bereit gestellt, etc.

    und dabei beachten, dass da Elkos über lange Zeit ne gefährliche Ladung speichern können, also auch wenn das Teil vom Netz ist, immer noch größte Vorsicht walten lassen (beim Messen im "Betrieb" ja sowieso) :!:
    It's only light - but we like it!

    Da es sich in letzter Zeit häuft: Ich beantworte keine PNs mit Fragen, die sich auch im Forum beantworten lassen!
    Insbesondere solche von Mitgliedern mit 0 Beiträgen, die dann meist auch noch Sachen fragen, die bereits im entsprechenden Thread beantwortet wurden.
    Ich bin keine private Bastler-Hotline, technische Tipps etc. sollen möglichst vielen Lesern im Forum helfen!
    Danke für die vielen Tipps.
    @Pesi:
    Mich hatte nicht gewundert, dass da ein Gleichrichter drinne ist, sondern dass man das + vom Elko nicht wiederfindet. ;) War etwas missverständlich, sorry.
    Das mit dem Schaltplan muss ich dann aber auf morgen verschieben, sind ja doch ein paar Bauteile und die Leiterbahnen lassen sich nicht immer gut verfolgen.
    Sicherung habe ich außer der ersten keine Gefunden. Aber danke für den Tipp.
    .
    @LM:
    ich hab mir mal sowohl das Datenblatt als auch diese Beispielschaltung angesehen. Aber in jedem Fall geht es vom + des Elkos immer an den Übertrager und ein paar Widerstände.
    Ich bin mir 99% sicher, dass eine der Leiterbahnen auf der Oberseite von + des Elkos an 2 Widerstände gehen und evtl. irgendwie unter den Übertrager (schlecht erkennbar)
    Anbei noch ein Bild davon.
    .
    @Stachel:
    eben genau soetwas vermute ich halt auch.
    Bilder
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    Grüße Salocin_13
    So, es hat sich herausgestellt, dass es wohl an dem dicken (Glättungs-?) Elko liegt, welcher zudem wohl keinen richtigen Kontakt mehr zur Leiterbahn hatte.
    Er sieht etwas ausgelaufen aus (allerdings unten).
    .
    Nun noch 2 Fragen:

    Ich nehme mal an, er ist defekt ?
    Wie bekomme ich den Siff da von der Lötstelle weg ohne die Leiterbahn zu beschädigen ?
    Bilder im Anhang.
    Danke schonmal.
    .
    EDIT: Tut es da ein Standard-typ mit 33µF /400V oder sollte er spezielle Eigenschaften besitzen ?
    Bilder
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    Grüße Salocin_13

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „salocin_13“ ()

    ja der cap schaut ganz gut aus... Glaub aber noch nicht mal, dass der alte defekt ist...

    würde versuchen den neuen Cap liegen zu montieren, denn du wirst wohl Probleme bekommen die Topside + Leiterbahn wieder mit dem Cap zu verbinden, wenn das allles so verzundert ist. außerdem wäre es hilfreich dann die Lötstelle zu sehen, sonst wirds nen try and error Prinzip...

    Aber Geschmackssache, du machss das schon....

    Grüße basti

    ps. Wenn lötmeister schlechte erfahrung mit der firma gemacht hat, dann such vielleicht doch einen besseren. Hab mit der Firma noch keine Erfahrung!

    salocin_13 schrieb:

    Ginge dieser Elko als Ersatz ?
    Hmmh, Samwha nimmt man nur, wenn man wirklich nix anderes mehr findet.

    Kannst Du von dem ausgelöteten Teil irgendwelche Daten (Hersteller / Typenbezeichnung, ...) erkennen?
    Rastermaß 7,5mm würde passen? Durchmesser des Bechers und Becherhöhe?

    Edit: Sieht das nicht sogar aus, als wäre auf TOP der Leiterzug schon gar nicht mehr mit dem Lötauge verbunden?
    Und, ein Absauglötkolben wäre hier sehr hilfreich, damit die Durchkontaktierung heile bleibt.
    Hast Du aber sicherlich grad' keinen zur Verfügung ...

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Lötmeister“ ()

    Also der verbaute Elko war ein JunFu 33µF 400V 16mm x 27mm HM | EC 105° | 0709
    Rastermaß waren 7,5mm. Wäre dieser hier geeignet ? So einen hätte ich noch da : conrad.de/ce/de/product/446139/
    Der Top- Leiterzug ist in der Tat nicht mehr richtig mit dem Lötauge verbunden, daher kam vermutlich auch der fehlende Kontakt zur Leiterbahn und die starke Erwärmung als Folge.
    Einen Absauglötkolben habe ich leider nicht zur Hand. Wie meinst du das genau mit der DuKo ? Auf der Unterseite ist er zwar angelötet, aber die + Leiterbahn läuft oben. Nur die - Leiterbahn läuft unten.
    @Counterfeiter:
    Wie genau meintest du die liegende Montage ? Das dürfte bei diesem hier sehr schwer werden, da die Kontakte gerade einmal 5mm lang sind.
    Ich hab den Siff da mal angemacht. Wie stelle ich jetzt am besten die Verbindung zur Leiterbahn wieder her ?
    Grüße Salocin_13

    salocin_13 schrieb:

    So einen hätte ich noch da ...
    Ich glaub', der ist noch schlimmer als der Samwha ...

    Ich such' Dir mal was 'raus.


    Edit: Hier sollte etwas passendes dabei sein, wobei ich wohl eher auf die 450-Volt-Typen orientieren würde.

    Zu wallace gebe ich mal lieber keinen Kommentar ab ... :thumbdown:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Lötmeister“ ()

    Ich seh das bisschen anders, hau das rein was du hast und gut is. Primärseitig sollte man da nicht so empfindlich sein, wenn das der Fehler war, dann läuft es danach. Habe schon vermeintlich "schlechtere" Bauteile verarbeitet die problemlos länger als die Originalteile gehalten haben.

    salocin_13 schrieb:

    Einen Absauglötkolben habe ich leider nicht zur Hand. Wie meinst du das genau mit der DuKo ? Auf der Unterseite ist er zwar angelötet, aber die + Leiterbahn läuft oben. Nur die - Leiterbahn läuft unten.
    Durchkontaktiert bedeutet, dass das Loch eine Niete enthält um beide Kupferseiten elektrisch zu verbinden. Damit kann man auf einer Seite das Lötauge ätzen um das Bauteil zu befestigen, der zugehörige Leiterzug jedoch liegt auf der anderen Seite der Platine. Also genau das, was du da eben beschrieben hast.

    Kleiner Tip: Wenn du keinen Absauglötkolben hast kannst du dir mit einem kleinen Stückchen Kupferlitze abhelfen. Den Draht ordentlich mit Flussmittel versehen, mit dem Lötkolben heiß machen und durch das Loch schieben. Der heiße Draht nimmt das Lötzinn dann mit, wenn du ihn ein paarmal durch das Loch ziehst. Setzt natürlich ein klein wenig Heizleistung deines Lötkolbens vorraus, funktioniert aber recht gut, vor allem dann wenn das Zinn genau dort festsitzt, wo ein Absauglötkolben nicht mehr genug Hitze rankriegt. Bei mir auf Arbeit verfahre ich mit Massepins gelegentlich so...
    Das Erfolgskonzept von Windows ist eine gelungene Mischung aus Marketing, Korruption, Kartellmißbrauch und der erfolgreichen Spekulation auf das Naturgesetz, daß Scheiße oben schwimmt.


    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden,
    kann man Schönes bauen.
    Johann Wolfgang von Goethe
    Hallo, einen Absauglötkolben hab ich auch nicht, hingegen so ne Feder Entlötpumpeschon, für wenig Geld. Entlötlitze tuts aber auch.

    Leiterbahn haste ja schon entsifft, Bahn 2-3mm etwas vom Lötlack blank machen und wenn die Brücke so gross ist mit nem LED Füsschen verlängern,
    gleichso, wenn auf anderer Seite, durchs Lötauge stecken und an der Lötbahn verlöten.
    Liegend oder stehend verlängere ich oft ebenfalls mit abgeschnittenen LED Füsschen, Klingeldraht od. Lackdraht tuts aber dito.
    der Klaus

    Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den nächsten...

    Denkmal ist ein Imperativ, der bei mir aus zwei Worten besteht...
    Danke an alle für die hilfreichen Tipps,
    .
    letztendlich habe ich nicht mal einen neuen Elko gebraucht, denn der Alte tut es noch (wie schon vermutet wurde).
    Ich bin eigentlich so ähnlich vorgegangen, wie Colgade das vorgeschlagen hat, allerdings hatte ich den Post da noch gar nicht gelesen ;)
    Ich habe also ein bisschen vom Lack auf der Leiterbahn oben abgekratzt und mit etwas Zinn mit dem Lötauge verbunden.
    Dann habe ich den alten Elko wieder wie vorher eingelötet und durchgemessen. Schon da hatte er wieder Kontakt mit der Leiterbahn.
    Zur Sicherheit habe ich allerdings ein 0,75mm² Kabel an der Unterseite parallel zur Leiterbahn auf der Oberseite verlegt und mit dem Elko+ und mit dem nächsten Bauteil, dass die Leiterbahn berührt, verlötet.
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    Nun funktioniert das Netzteil wieder. Und ich hatte sogar das Glück, dass wirklich nur das Netzteil defekt war und nicht irgendwas am Rest des Gerätes.
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    Nochmal vielen Dank, Ihr habt mir >200 Euro Reparaturkosten erspart 8)
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    //Colgade, ich habe deine 2 Post vor dem letzten entfernt, die hat die Forensoftware wohl etwas zerschossen.
    Grüße Salocin_13