Wie lötet man eine XHP70 LED

    Wie lötet man eine XHP70 LED

    Hallo,
    ich bin bekanntlich ein Anfänger und komme gerade nicht weiter:
    Wie kann man die XHP70 LED von Cree am besten verlöten? Diese hat an der Unterseite 4 Lötpads wovon ich 2 Brücken könnte.
    Wie bekommt man das mit "Hausmitteln" auf eine Platine?
    bzw. Wenn ich mal für Testzwecke kabel anbringen möchte: Wie hält das Lötzinn auf den Pads? Bekomme keine wirklich haltbare Verbindung hin.

    Danke
    Kauf dir das Teil lieber schon auf ner Star Platine.
    Ansonsten benötigst du eine leere Starplatine passend zu den Abmessungen der LED.
    Weiterhin benötigst du Lotpaste, am besten bleihaltige, da die einen niedrigeren Schmelzpunkt hat. Dann tupfst du mit einem zahnstocher oder einem angespitzten Streichholz einen winzigen Punkt auf die Pads, wo die LED Anschlüsse draufkommen. Dann platzierst du mit ruhiger Hand und Pinzette die LED auf die mit Lotpaste vorbereiteten Pads. Nun legst du die Starplatine mit der LED auf ein Ceranfeld und schaltest ein une beobachstest dabei unablässig die LED. Erst dampft das Flussmittel, dann geht ein kaum sichtbares Zittern durch die LED, wenn sie sich auf dem schmelzenden Zinn perfekt ausrichtet. Ein witeres Indiz ist, wenn die verzinnten Pads auf der Starplatine anfangen zu spiegeln. Jetzt schaltest du sofort das Ceranfeld aus und schiebst die LED möglichst ohne wackeln, aber so zügig wie möglich vom heißen Teil runter in einen kühlen Bereich. Nach ca. eier halben Minute ist die Platine soweit ausgekühlt, das du sie anfassen kannst. Dann kannst du mit einem Multimeter vorsichtig deren Funktion testen. Im niederhohmigen Widerstandsmessbereich sieht man in Durchlassrichtung ein schwaches Glimmen, wenn es nicht zu hell in der Umgebung ist. Das funktioniert aber nur bei einer Diodenstrecke. Bei Reihenschaltungen muß man jede einzeln testen.
    Ich war jetzt zu faul ins Datenblatt zu gucken, aber wenn die Diode in der Mitte ein Thermal- oder Exposed Pad hat, dann dient das zur Wärmeabfuhr und muß selbstverständlich mit verlötet werden. Sonst stirbt dir die LED bei Zeiten den Wärmetod!
    Das ist mit Hausbitteln machbar. Allerdings würde ich erst mal mit was billigerem wie ein paar Cree XP-Gs oder 5630 LEDs probieren, ehe du gleich die teure XHP70 grillst ;)
    Für die Jüngeren: Led Zeppelin ist KEIN beleuchtetes Luftschiff! :D

    Superluminal schrieb:

    Weiterhin benötigst du Lotpaste


    Die braucht man nicht unbedingt.
    Die Lötpads vorher mit einfachem bleihaltigem Lot versehen und zum verlöten dann extra Flussmittel draufpacken reicht dicke aus und man spart sich die teure Lötpaste die nur ein paar Monate hält.


    Aber ja, eine bereits verlötete LED kostet meist nur 1-2€ mehr, da macht der Aufwand eigentlich keinen Sinn.

    Hast du die LED schon - und was willst du damit dann machen?
    A Christian telling an atheist he is going to Hell is about as scary as a small child telling an adult they wont get any presents from Santa.
    Bin kein RGB-Freund
    Hallo
    vielen Dank @Superluminal @L4M4 für eure Tips.
    Leider habe ich die LED schon :O
    Jetzt brauche ich also eine entsprechende Platine. Wie kann ich mir die am besten konstruieren / bestellen?

    Bzgl. des Thermalpads: Die XHP70 hat in der Mitte ein Thermalpad. Wie verlöte ich dieses am besten. Kann ich das direkt zum Kühlkörper führen?

    Grüße
    trolly
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    Bin kein RGB-Freund
    Für welche Spannung denn?


    Zum Löten:

    Am einfachsten dürfte es sein, die Pads auf der Platine mit Lot zu füllen (lieber zu viel als zu wenig), dann noch extra Flussmittel drauf, LED drüber und ab aufs Ceranfeld damit.
    Wenn das Lot sich verflüssigt, die LED runterdrücken, damit überschüssiges Lot an den Seiten rausgepresst wird.
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    trolly schrieb:

    Hast du noch einen Tip für einen Treiber? Kenne nur den Universaltreiber von pcb-components.de


    Kommt darauf an, ob die die LED mit 6 oder 12V betreiben willst. Bei 6V ist der maximal mögliche Strom schon monströs zu nennen und man muß erst mal einen Treiber finden, der das stemmt!
    Wenn du auf Grund des Treibers schon Abstriche machen mußt, dann kannst du dir auch den Preis für die Kupferkernplatine sparen und eine mit Alukern nehmen. Damit kommst du wesentlich preiswerter.
    So paradox es klingt, aber die LED ist hier mit das preiswerteste! Die Kupferkernplatine liegt in der selben Region und der Treiber kostet ein vielfaches der LED!
    Wenn man keinen guten Grund hat, so ein "Monster" zu verwenden, kommt man mit einem COB oder einem Arry aus 5630'ern besser bei weg.
    Wenn man ein bisschen fit ist, was Elektronik und SMD Löten betrifft, sollte man auch mal in Betracht ziehen, sich einen Treiber selber zu bauen. Über die parametrische Suche der IC Hersteller (z.B. bei Linear Technology) ein passendes Treiber-IC raussuchen, das den nötigen Strom stemmen kann, gucken ob die restlichen Parameter, wie zulässiger Spannungsbereich passen und dann mal gucken, ob es in der Appication Note einen Vorschlag für ein Boarddesign gibt, das man übernehmen kann, oder dan mit kleinen Anpassungen sich auf die verfügbaren Bauelemente, wie Drossel, KerKos und Shut-Widerstände anpassen lässt. Über den Daumen gepeilt kommt man ca. auf 1/3 der Kosten eines fertigen Moduls dabei. Wenn man also mehrere Treiber benötigt, kann sich das rechnen.
    Überzählige Boards oder Treiber kann man dann hier im Markt anbieten ;)
    Für einen ersten Test kannst du z.B. eine getaktete KSQ aus einem LM2576adj aufbauen:
    simple getaktete KSQ mit LM2576adj für Power LEDs
    Der kann bis zu 3A Ausgangsstrom liefern, wenn man ihn ein bisschen kühlt. Drossel und Shottkydiode müssen aber ebenfalls für die entsprechenden Ströme ausgelegt sein. Nach diesem Erfolgserlebnnis suchst du dir dann einen Treiber, der 4,5 oder 5A vom IC her kann... :D
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