Hallo miteinander,
ich habe mich jetzt über die Feiertage drüber hergemacht meinen Eiwomisa RGB Controller zum Laufen zu bringen und habe ein paar Lötstellen noch mal nachlöten wollen, jetzt muss ich aber feststellen, dass das Lötzinn (Rothenberger Radiolot 40%) immer zäher wird und statt schön gleichmäßig zu verlaufen lange Spitzen bildet wenn ich mit dem Lötkolben von der Lötstelle weg gehe.
Jetzt frage ich mich ist das Material schlecht oder habe ich vielleicht irgendwas falsch gemacht?
Vielleicht ne dumme Frage: Gibt es schlechtes Lötzinn?
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Nach meiner bisherigen Löterfahrung passiert dass wenn man zu heiß lötet oder zu lang. Bei mir hilft dann meistens ein wenig Flussmittel.
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Ich hoffe, du hast da kein Lötzinn mit Salmiak als Flussmittel.
Ich hatte mal das Pech, so eine Sauerei zu Weihnachten geschenkt zu bekommen.
Das Zeug zieht nach und nach Wasser, und wenn du nach Jahren damit löten willst, spritzt die das flüssige Lötzinn entgegen.
Glücklich ist, wer eine Brille hat (ich nicht
)
Außerdem musst du die Lötstellen danach mit viel Wasser reinigen, sonst grinst dich nach ein paar Wochen der Grünspan an...
Das einzig wahre Flussmittel fürs Elektronik-Weichlöten ist imho Kolophonium.
Leider steht die Flussmittelsorte nicht immer auf der Rolle
, im Zweifelsfall nehme ich das teurere (bei 250g sind da iirc etwa 1...2€ Unterschied).
Mit Lötzinn das Salmiak als Flussmittel enthält kann man Dachrinnen löten, aber sonst ist es kaum brauchbar.
Die hohe Reduktionsleistung erkauft man sich durch einen erhöhten Reinigungsaufwand
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Ja wie soll man das dann machen mit dem nachträglichenFlussmittel?
Werde mir wohl oder Übel erst mal ne Entlötpumpe zulegen, alle zweifelhaften Lötstellen zuückbauen und dann noch mal von vorne beginnen.
Nun die nächste Frage: Welche Lötpumpe könnt ihr empfehlen und welches Lötzinn enthält mit sicherheit auch collophonium?
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Bleihaltiges Lötzinn für Elektronik, auch Radiolot genannt, enthält meineswissens immer Kolophonium als Flussmittel. Mir ist jedenfalls noch kein anderes begegnet.
Wenn das Zeug zäh wird und Fäden zieht, hast du - wie schon gesagt wurde - zu lange und/oder zu heiss gelötet. Du kannst Kolophonium ohne weiteres mit Isopropanol verflüssigen und per Spritze auf die Lötstellen auftragen. Anschliessend den Alk verdampfen lassen, löten und hinterher die ganze Platine in Alk baden, um die hässlichen Kolophoniumränder weg zu waschen.
Bedenke auch, dass du beim zweiten mal löten (bzw. mit sinkendem Flussmittelanteil) höhere Temepraturen brauchst, damit das Lot wirklich flüssig wird. Nach drei bis viermaligem Verflüssigen kannst du die Lötstelle vergessen, da bringt dann auch zusätzliches Flussmittel nichts mehr. Da hilft dann nur noch reinigen und neu löten.P.S.
Magst du öfter löten? Dann empfehle ich ne Station mit Vakuumpumpe und Entlötkolben -
Ja wie soll man das dann machen mit dem nachträglichenFlussmittel?
Werde mir wohl oder Übel erst mal ne Entlötpumpe zulegen, alle zweifelhaften Lötstellen zuückbauen und dann noch mal von vorne beginnen.
Zusätzliches FLussmittel fügst du bei, in dem du z.B. ein kleines Stück Lötzinn dazu gibst, das reicht meist schon um die Lötstelle wieder zu "verflüssigen", wenn du da aber schon zu viel Lötzinn drauf hast, dann brauchst du wie du richtig erkannt hast ne entlötpumpe, wobei die echt nicht teuer sind.
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTI…28d281b8757814e
Ich habe so eine Art zuhause, ich bin sehr zufrieden damit und hat mich noch nie im stich gelassen / "verklebt"
MfG
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Vielen Dank erst mal vorab, ja ich habe noch ein paar Projekte im Haus vor sodass ich ich mir schon eine Lötstation zugelegt habe und noch im Entwickler Stadium bin um die vielfältigen Möglichkeiten mit LEDs vorab auszutesten.
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Das kann verschiedene Ursachen haben:
- Zu heißer Lötkolben
- Zu schnell erkaltender Lötkolben (Lötstelle "klaut" die Hitze und das Lot am Kolben erstarrt schon)
- Lötspitze aus falschem Material (hatte mal nen 3€ Lötkolben - so einer mit gelbem Gummie - da hat das bleifreie Lot die Spitze aufgelößt!)
- Schlechtes Lötzinn
Flussmittel gabe ich seit längerem mit einem Fluxi-Pen hinzu. Ist wie ein Filzstift, aber mit Flussmittel - sehr praktisch auch zum SMD Löten.
Kostet einmal 8€ bei Conrad z.B. und hällt ewig.Entötpumpe ist praktisch, sollte man auf jeden Fall haben. Entlötlitze auch.
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Dieses Lonestar Löt von DX mag irgendwie nicht meine Ersaspitzen.
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Ja das sich so eine billige Lötspitze auflösen kann musste ich auch schon feststellen, aber dabei hat es sich um einen Lötkolben von Lidl gehandelt. Bin aber dabei davon ausgegangen dass das mitgelieferte Lötzinn der letzte Dreck waren und das Flussmittel die Spitze zerfressen hat.
Welches Modell von Weller würdet ihr für den Einstieg empfehlen? Nur ein lötkolben oder muss es ne regelbare Lötstation sein? -
Es ist nicht das Flussmittel, das die Lötspitze zerfrisst, viel mehr ist die Lötspitze oft nur hauchdünn beschichtet, diese Schicht wird schnell zerkratzt, das Lötzinn kommt ans Kupfer und legiert sich damit zu Bronze.
Wiki sagt:
"Der Kern der Lötspitzen, der gut wärmeleitend sein muss, besteht immer aus Kupfer. Das Kupfer legiert sich aber schon bei Löttemperaturen leicht mit Zinn (zu Bronze) und wird aufgelöst, die Lötspitze wird narbig und muss abgefeilt werden. Sogenannte "Dauerlötspitzen" bestehen aus Kupfer und sind komplett vernickelt, um auch die Kupferoxydation in der Heizpatrone zu verhindern. Da Nickel vom Lötzinn schlecht benetzt wird, wird die eigentliche Lötspitze noch mit reinstem Eisen (galvanisch) überzogen. Daran haftet das Lötzinn gut. Wenn die Spitze unbenetzbar wird, hilft der Salmiakstein bei höchster Lötkolbentemperatur." -
Hi,
also ich benutze Stannol Lötzinn. In der bleifreien Variante das Flowtin KS115 / TSC und in bleihaltiger Variante das 2630 für Reparaturen. Kurz, für Dich privat benutzt am besten das 2630 in bleihaltiger Version, das fließt super und ich hatte noch nie Probleme damit.
Aso, und vergiss die Entlötpumpe, ausser Du willst die Lötaugen mit wegreissen. Wenn man, so wie Du wahrscheinlich, eh schon etwas viel an einer Lötstelle herumgebraten hat, dann kann es sein das dass Lötauge ohnehin schon nicht mehr so gut an der Platine hebt, das Kupfer wird ja nur auf das Basismaterial auflaminiert. Wenn man da viel dran rumbrät und dann auch noch eine Entlötpumpe mit starkem Sog hat, dann kann es leicht vorkommen das dass Lötauge mit abhaut.
Ich halte von den Entlötpumpen eh nix, brauche die normal auch nie, aber wenn dann benutze ich immer Entlötlitze, das geht wesentlich sauberer und beantsprucht die Lötstelle nicht.Gruß, Benny.
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Ich brauche auch keine Entlötpumpe.
Bei meiner ersten und letzten war ganz schnel der "Kolben" zerbrochen...
Wenns sein muss, nehme ich einen langen Silikonschlauch vom Modellbau und sauge selbst! -
Wenns sein muss, nehme ich einen langen Silikonschlauch vom Modellbau und sauge selbst!
Das konnte ja nur von dir kommen
Kanst du dir solche "Tips" nicht verkneifen?
Hast du schon mal daran gedacht, dass die Lötdämpfe giftig und Krebserregend sind? Bei bleihaltigem Zinn kommt noch hinzu, dass verschlucktes oder gar inhaliertes Blei niemals abgebaut wird und es damit eine schleichende Vergiftung gibt.