LEDs als Blitzlichtersatz in der Fotografie mit CRI über 90!

  • Zuerst mal:
    Ein gutes Neues Jahr an alle hier !


    Dann meine Fragen:


    Was benötige ich alles um folgende Aufgabe zu schaffen:


    Anstelle eines Blitzlichtgerätes mit Röhre soll eine LED Konstruktion "gebastelt" werden.
    Dies aus versch. Gründen, zuerst mal soll ein großer Ringblitz gebaut werden:
    Dieser aus sicherlich mehr als 200 LEDs, damit ein schöner Kreis mit mind. 60 cm Durchmesser erreicht wird.


    D.h. ( das was MIR JETZT so dazu einfällt) ich brauche:
    1. LEDs, die mit einem "guten" CRI, mindestens über 90 leuchten - und dies AUCH bei Kurzeitblitzen ( 1/250tel Sekunde bis 1/20.000tel oder kürzer - falls möglich)
    2. Die Farbtemperatur sollte entweder ein "sauberes" Warmton ca. 3200k ODER ein "sauberes Tageslicht" von ca. 5200k bis 6000k sein.
    3. Die Lichtleistung - besonders natürlich bei den kurzen Blitzen, sollte mindestens der einer 0,5 Watt LED entsprechen (pro LED natürlich!)
    4. Bei Schaltung als Dauerlicht soll ebenfalls ein sehr guter Wirkungsgrad der Einzel-LEDs eine nur geringe Erwärmung erreichen!
    5. Dauerlicht, sowie Blitzfunktion soll in mind. 4 Leistungs-Stufen schaltbar - oder auch stufenlos regelbar sein.
    6. Absolut genial wäre natürlich eine getrennt einstellbare Blitzzeit die unabhängig von der Helligkeitsregelung ( "Leistung") einstellbar wäre...


    Anders gefragt:


    Welche LEDs haben einen sehr hohen CRI bei farbtreuen 3200k oder (ca.) 5600k
    und
    einen sehr guten Wirkungsgrad
    und
    eignen sich für eine "Blitzansteuerung" bei der man die Ausgangsleistung nochmals "pushen" kann - ohne Gefahr der Zerstörung oder allzu deutlichen Verkürzung der Lebensdauer !


    Welche Elektronik und welche Modifikation dazu wäre für diese Konstruktion am besten geeignet?
    Die Gesamtverzögerungszeit beim Einsatz als Blitzlicht darf natürlich nur sehr kurz sein, d.h. wenn von der Kamera bzw vom Blitz-Funk-Fernauslöser-Empfänger das Signal "jetzt blitzen" kommt, muss die Elektronik und die LEDs imstande sein praktisch ohne weitere Verzögerung den Lichtblitz zu erzeugen...


    Ich danke Euch schon vorab für alle Tipps und Hinweise!

  • Vergiss es einfach und kauf eine kleine Studio-Blitzanlage. Das ist billiger und geht schneller.


    Im Bereich der Makrofotografie kann man noch recht gut mit LEDs arbeiten, aber darüber wird es mau. Bei Makro ist die zu beleuchtende Fläche ja nur sehr klein.


    Ein Massengrab aus 5 mm LEDs iss einfach nur Murks. Die Dinger bringen nicht genug Leistung.


    Leistung: Ein mitlerer Studioblitz hat 1000 Ws. Das fackelt er in ca. 1 ms (1/1000 Sekunde) ab. Das ergibt eine Momentanleitung von 1 MW. Ja, 1.000.000 Watt. Wenn du das mit Dauerlicht hinbekommen willst hast du schnell etliche Hundert bis einige Tausend Watt an nötiger Leistung.


    Man kann LEDs bei kurzzeitigen Pulsen etwas überlasten. Aber da sind wir immer noch um einige Größenordnungen von der Leistung einer Blitzlampe entfernt.


    Der Wirkungsgrad von LEDs ist zwar recht gut, aber bei Leistungen im drei und vierstelligen Watt-Bereich, die du benötigen wirst, kannst du nur mit aktiven Kühlern (Ventilator) abführen. Wirkungsgrad und CRI sind übrigens i.d.R. gegenläufuge Ziele. Sprich LEDs mit gutem CRI haben typisch einen relativ schlechten Wirkungsgrad.


    Um eine ansatzweise brauchbage Menge Licht zu erzeugen bräuchtest du mal mindestens 10 Stück dieser Module. Damit hättest du schon mal 350,-EUR nur für die LEDs. Für das Geld krigst du bei Foto-Brenner schon einen 600 Ws Kompaktkopf.


    Was soll das denn werden, wenn es fertig ist? Ein Beauty Dish?

  • Wir entwickeln grade an der FH sowas in der Richtung. Allerdings ist das ziemlich kostspielig.
    Allein die Materialkosten liegen bei uns schon bei gut 3500€ - und die Elektronik ist noch nicht
    wirklich fertig.


    Also entweder brauchst du sowas aus einem ganz bestimmten, speziellen Grund. Oder du
    kaufst die für deutlich weniger Geld einen "normalen" Blitzkopf. Wenn es dir um Akku-Betrieb geht,
    schau dir mal Priolights an.
    Wenn es dir um nen mobilen Ringblitz mit hohem Durchmesser geht, nimm lieber ne Handvoll
    synchronisierte Aufsteckblitze und bau nen passenden Lichtleiter / Reflektor.


    LEDs passen halt noch nicht überallhin :)

  • ... Ein Massengrab aus 5 mm LEDs iss einfach nur Murks. Die Dinger bringen nicht genug Leistung.

    fotograf: war mir SO deutlich noch nicht ganz klar...


    Leistung: Ein mitlerer Studioblitz hat 1000 Ws. Das fackelt er in ca. 1 ms (1/1000 Sekunde) ab. Das ergibt eine Momentanleitung von 1 MW. Ja, 1.000.000 Watt. Wenn du das mit Dauerlicht hinbekommen willst hast du schnell etliche Hundert bis einige Tausend Watt an nötiger Leistung.

    fotograf: ist schon klar, ich hätte mit einer "Kurzeit-Impulsleitung" ( ca. bei 1/2000 Sekunde) mit einem Zehntel der Leistung (also eines 100 Ws Blitzes - circa) kalkuliert...


    Man kann LEDs bei kurzzeitigen Pulsen etwas überlasten. Aber da sind wir immer noch um einige Größenordnungen von der Leistung einer Blitzlampe entfernt.

    fotograf: Ich dachte in irgendeinem Datenblatt mal was von ca. 3 facher Leistung bei Impulsen gelesen zu haben, das ist natürlich meilenweit von Blitzrühren entfernt, aber wie gesagt, eine "bescheidene" leistung die im Makro und Nahbereich ( bis max. 1,5 mtr.) noch brauchbare Leistung bringt... (muss ja nicht für ISO 100 und Blende 5,6 reichen, aber ISO 200 und Blende 2.8 / bis ca. 1,5 mtr. - Das wär schon brauchbar in der Praxis)


    Der Wirkungsgrad von LEDs ist zwar recht gut, aber bei Leistungen im drei und vierstelligen Watt-Bereich, die du benötigen wirst, kannst du nur mit aktiven Kühlern (Ventilator) abführen. Wirkungsgrad und CRI sind übrigens i.d.R. gegenläufuge Ziele. Sprich LEDs mit gutem CRI haben typisch einen relativ schlechten Wirkungsgrad.

    fotograf: gegenläufige Kriterien... verstehe, das ist allerdings schlecht...


    Um eine ansatzweise brauchbage Menge Licht zu erzeugen bräuchtest du mal mindestens 10 Stück dieser Module. Damit hättest du schon mal 350,-EUR nur für die LEDs. Für das Geld krigst du bei Foto-Brenner schon einen 600 Ws Kompaktkopf.

    fotograf: zur noch brauchbaren Leistung, siehe voher...


    Was soll das denn werden, wenn es fertig ist? Ein Beauty Dish?

    fotograf: zuerst mal sowas wie ein BD, richtig, später auch 1 oder 2 "Flächenblitze" bei denen die vielen LEDs schön verteilt auf ca. 40x120 cm sind.
    Diese "Blitze" eben mit dem Vorteil, dass das Einstellicht EXAKT die gleiche Streu/Winkel/Wirkung erziehlt wie die Impulse.


    Um das Kühlproblem zu "umgehen" und eine leicht unterdimensionierte Kühlung praktisch einsetzen zu können, dachte ich mir:
    Das Dauerlicht wird auf einen maximalen Wert der bei ca. 20% liegt gedrosselt, somit deutlich geringere Erwärmung.


    Die Impulse, die ja wirklich sehr kurz sind (maximal ne 1/250 Sekunde sollte reichen - meist wird aber mit deutlich kürzeren Impulsen gearbeitet um schnelle Bewegungen aufzunehmen)
    dürfen dann natürlich nicht besonders lange mit xx Blitzen pro Sekunde bei 200% oder 300% der "normalen" Maximalleistung leuchten...


    Ja, das war die Idee... ;-)


    Mal schaun, dann seh´n wir´s scho :-)


    Danke für die Hinweise !!


    [ModEdit: Formatierung übersichtlicher gemacht.]

  • Wir entwickeln grade an der FH sowas in der Richtung. Allerdings ist das ziemlich kostspielig.
    Allein die Materialkosten liegen bei uns schon bei gut 3500€ - und die Elektronik ist noch nicht
    wirklich fertig.

    über 3000.- - das ist ZU viel...

    Zitat

    ......schau dir mal Priolights an.

    Als Fotograf kenne ich die natürlich, genau deshalb kam ich auf diese Idee ;-)

    Zitat

    Wenn es dir um nen mobilen Ringblitz mit hohem Durchmesser geht, nimm lieber ne Handvoll
    synchronisierte Aufsteckblitze und bau nen passenden Lichtleiter / Reflektor.

    Ja, mobile Systemblitze habe ich eigentlich genug (8 Stück), mal ne Halterung bauen...


    Aber das Einstell-Licht fehlt halt....

  • Moin,


    ich habe das hier im Forum schon mal vorgerechnet, wenn du nicht bereit bist sehr viel geld für eine SEHR spezielle Aufgabe anzulegen, kannst du das knicken.


    Die 100Ws@1/2000s ergeben eine Leistung von 200.000W! Selbst mit diversen HP-Modulen, und selbst mit der Annahme, das die Teile 10x so effeizient sind wie der Blitz wird das nichts!


    - Nur als Beispiel, die genannten Module: Imax ist 1,5A, dann haben wir Uf = 8x3,5V = 28V und somit eine Leistungsaufnahme von 42W.
    - Zehnmal (unrealistisch!) so gut wie andere Quellen: 420W "equivalent"
    - Dieses Teil lassen wir jetzt mal solagen Leuchten, wie einen alten Studioblitz: 2ms (1/500s)
    => umgesetzt werden 840mJ bzw bzw. 0,84Ws.... Gute Nacht...


    Hm, käme aber ziemlich gut mit deiner Größenvorstellung hin: 120 von den Teilen, dicht an dicht auf eine massive Aluplatte werden 40x140cm groß. Könnte unter 100kg bleiben, inkl. Elektronik und Kühlflächen.


    Auch wenn das jetzt Werbung ist:
    http://www.youtube.com/watch?v=QQjBbaiJYSw
    Billiger gehts nicht.


    Ansonsten die Bucht mal nach günstigen Studioblitzen abgrasen.Warum sollten eigentlich das Einstelllicht mit Softboxen nicht "gleich" genug sein? Zumindest bei mir ist das nicht unterscheidbar; ich habe eine kleine Elinchrome Anlage hier stehen.


    Nebenbei "Priolite":
    Könnten diese LED sein: http://catalog.osram-os.com/ca…001b0023&act=showBookmark


    12stk sollen 8Ws "entsprechen", könnte sogar hinkommen, da die Seite ja im schönsten Marketing Geschwurbel vermeidet zu erklären, unter welchen Bedingungen das gemessen wird.


    --
    SJ

  • Kompaktblitze haben kein Einstelllicht, das ist natürlich korrekt. Aber der Ansatz ist denke ich dennoch besser.
    Wie wärs mit Kompaktblitzen und einigen HP-LEDs als Einstellicht? Natürlich ist die Lichtfarbe dann nicht 100%ig
    gleich. Aber die Verteilung / Abstrahlcharakteristik sollte man mit einem Diffusor (und ich denke den brauchst du
    so oder so) fast identisch hinbekommen. Und das bisschen Abweichung sollte den Kohl auch nicht Fett machen.


    Viele Grüße

  • Von wegen Wirkungsgrad kontra CRI: Weiße LEDs erzeugen eigentlich blaues Licht. Ein Fluoreszenzfarbstoff(gemisch) wandelt das blaue Licht teilweise in grün, gelb, rot um. Der Mensch sieht das dann als weiß. Übliche weiße LEDs sind auf Wirkungsgrad getrimmt. Die haben deshalb oft eine deutliche Lücke im violetten Bereich zwischen blau und grün. Bei neutral- bis kaltweißen LEDs ist der Rotanteil auch recht gering. Dadurch ist die Farbwiedergabe im Violett- und Rotbereich schlecht. High-CRI LEDs wandeln mehr blaues in rotes und violettes Licht um. Das ist mit Verlusten behaftet. Hinzu kommt die Empfindlichkeitskurve des menschlichen Auges. Die ist auch Grundlage für die Einheit Lumen, die diese Empfindlichkeitskurve berücksichtigt. Da das Auge im Roten weniger als im grünen und blauen empfindlich ist kommen am Ende weniger Lumen bei raus, wenn mehr Blaues in Rotes Licht umgewandelt wird. Vereinfacht gesagt.


    Zur Lichtwanne: Kauf dir einfach ein Dutzend (oder mehr!) Leuchtstoffröhren ("Neonröhren"). Achte bei den Röhren auf definierten Farbton und Farbwiedergabe. Es gibt die auch in "High-CRI" Versionen. Schraub das Dutzend auf eine Sperrholzplatte und fertig ist die Flächenleuchte. Mit EVG (Elektronisches VorschaltGerät) kann man die (in Grenzen) dimmen und sie flimmern dann auch nicht.

  • Jup, Drehstrom ist da immer gut. Man krigt sozusagen eine 6-Puls Gleichrichtung.


    Beim Einsatz von vielen Leuchtstofflampen sollte man aber so und so jede zweite mit einem Kompensationskondensator bestücken. Iss besser für den cos(phi) und der phi zwischen kompensierten und nicht kompensierten Lampen mildert das Flimmern.


    Oder eben gescheite EVG. Aber wie so oft heutzutage: Es gibt viel Schrott und gute Qualität zu finden ist fast Glückssache. ;-(