Litze an Bridgelux COB anlöten

  • Ich habe mir vorhin einen dabei abgebrochen Litze an die Bridgelux COB zu löten.
    Der erste Versuch die LED vor der Montage auf dem Kühlkörper mit einem 60W Lötkolben (Ersa Analog 60 breite Spitze), Temperatur au Anschlag ist kläglich gescheitert. Danach habe ich es mit einem 80W Lötkolben (Ersa Digital 2000 mit Power Tool und breiter Spitze) ebenfalls Temperatur auf Anschlag versucht. Das hat so leidlich geklappt war aber gefühlt auch eher braterei.


    Danach habe ich mir mit den Kühlkörpern, einem zusätzlichen Aluklotz und einem Heißluftfön eine Wärmeplatte gebastelt. Den Fön auf ca.180°C eingestellt, der Kühlkörper hatte dann etwa 70°C.
    Die LED direkt mit dem Fön zu erwärmen habe ich verworfen. Ich fand es keine gute Idee von oben mit einer Temperatur nahe der maximal zulässigen Sperrschichttemperatur auf die LED zu blasen.
    Mit der provisorischen Wärmeplatte konnte ich den Fön laufen lassen und hatte dazu noch beide Hände frei.
    So ließen sich die COBs dann ganz gut löten.
    Richtig gute Lötstellen sehen aber doch noch etwas anders aus.


    Edith: Einige Stellen noch ein wenig konkretisiert. :whistling:

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  • Nö, das auf dem Bild ist das Endergebnis.


    Ich habe schon versucht die LED einzeln zu löten.
    Aber die Wärmeableitung auf dem COB ist dermaßen gut, dass es mit einem 60W Lötkolben nicht ging. Erst mit dem 80W Lötkolben ging es einigermaßen und mit der improvisierten Wärmeplatte konnte man dann die Litze vernünftig anlöten.

  • Die LED auf Holz legen und mit nem Fön vorher was anwärmen hätte wohl auch geholfen denk ich mal (Holz weil es Wärme ganz gut isoliert).
    Aber klar dass bei so einer Platte es ein wenig dauert bis sie auf ausreichend Temperatur ist.

  • Es kann auch helfen, den Lötkolben auf Anschlag zu stellen (wenn du die Temperatur regeln kannst) und nicht mit 300/350°C zu löten, sondern den auf bspw 450°C zu stellen. Dann hast du idR genug Wärmeenergie in der Spitze um noch löten zu können. (Habe ich bei meinen AluPlatinen gemerkt, normal löte ich bleifrei mit 350°C, aber damit ist bei der großen Platine nix zu gewinnen - Also den Lötkolben auf 450 gestellt, drauf auf die Lötstelle und bis dann das Zinn kommt haben wir auch die benötigte Temperatur, trotz IMS - Natürlich habe ich so nicht die LED gelötet sondern nur ein paar Anschlussdrähte)

  • Ich habe oben mal ein wenig editiert. 8o
    @ Marodeur
    Ich fand es keine gute Idee von oben auf die LED zu blasen.
    Ich wollte die Farbkonvertierungsschicht nicht noch künstlich stressen. Mit meiner Lösung hatte ich dazu bei laufendem Heißluftfön beide Hände frei.


    Fakrae
    So schlau war ich wohl auch die Lötstation von der Temperatur auf Anschlag zu stellen. Bei der 60W Station ging gar nix. Mit der 80W Station war es nicht schön. Die Wärmeenergie des Lötkolbens hat eben nicht gereicht. Die Bridgelux COB sind ja noch mal eine Ecke größer als die Starplatinen und die Wärmeverteilung ist halt gut über die Fläche.

  • Hallo,


    eigentlich kein Problem. Hab die Dinger auch schon mit meinem Uralt Ersa 80W Lötkolben gelötet.
    400° eingestellt, dann ging das recht problemlos.
    Wichtig ist allerdings, dass man auch die richtige Lötspitze verwendet. Mit einer schmalen sehr spitz zulaufenden Lötspitze wird das nix.
    Für solche Lötstellen darfs schon mal etwas dicker sein, damit man die Hitze auch zügig auf die Lötstelle bekommt.


    Gruß

  • Ich wollte nur nochmal darauf hinweisen, dass es eben nicht nur auf Leistung und Lötkolbentemperatur ankommt, sondern auch auf die richtige Lötspitze. Das wurde zwar oben erwähnt, aber nur nebenbei. Vielleicht kann ja der eine oder andere mit dem Hinweis was anfangen, wenn er solche oder ähnliche Platinen löten will. Mit einer dicken und relativ kurzen (nicht nur breiten) Lötspitze gelingt eben auch der Energietransport vom Heizelement zur Spitze besser.


    Gruß

  • Das ist korrekt.
    Was ebenfalls hilft wenn man Lot was bereits auf der Platine ist erneut verflüssigen will ist ein größerer Tropfen Lötzinn am Lötkolben.
    Also erst etwas Lötzinn an den Lötkolben machen und dann an die (alte) Lötstelle gehen.
    Durch den Tropfen hat man eine viel größere Kontaktfläche und damit einen deutlich besseren Wärmeübergang als wenn man nur die Lötspitze hat.