Steuerkabel legen oder WLAN?

  • Hi, ich renoviere gerade mein Haus und mache einige grundlegende Änderungen, auch an der Elektrik. Jetzt überlege ich, wie ich die Steuerung für das Licht realisieren soll. Ich könnte Kabel für einen RS485 Bus oder ähnliches überall hinlegen. Hätte dann aber mehr Arbeit durch die vielen zusätzlichen Schlitze. Oder ich könnte WLAN verwenden. Dann hab ich aber Schwierigkeiten zB bei den Schaltern, da ein passendes Modul einzubauen.


    Aktuell geht es um den Sternenhimmel im Schlafzimmer. Der soll nicht nur einfach an und aus geschaltet werden. Er soll dimmbar sein und zusätzlich kommen getrennt schalt- und dimmbare Strahler für die Hauptbeleuchtung rein. Es steht noch nicht ganz fest, aber eventuell kommt außen rum auch noch ein Lichtband, was indirekt an die Decke leuchtet.


    Das alles lässt sich natürlich nicht über zwei Schalter steuern. Eine Möglichkeit wäre, in den Sternenhimmel einen RaspiPi mit WLAN einzubauen. Nur womit schalte ich dann? eine eigene Smartphone App? Oder einen Webserver drauf? Und ich will ja nicht immer das Handy in die Hand nehmen um das Licht ein zu schalten.


    Eine andere Möglichkeit wäre, überall Kabel für einen RS485 Bus in die Wand zu legen. Würde aber viel Zeit in Anspruch nehmen, die ganzen Schlitze zu klopfen. Zeit, die ich eigentlich nicht habe.


    Wie würdet ihr das realisieren? Technische Kenntnisse und Fertigkeiten hab ich dafür. Zur Not stricke ich mir Mikrocontroller selbst zusammen ;) . Ist eher eine Zeit- und Geldfrage

  • Wenn du nur eine einfach Möglichkeit suchst deine LED´s zu dimmen und zu schalten, würde ich einfach passende Vorschaltgeräte mit 1-10V Steuereingang verwenden und in die Wand einfach zwei Drehpotis (gibt es auch von anderen Herstellern) in tiefen Schalterdosen verbauen.


    Wenn du schon am Renovieren bist, vergiss nicht einige Leerohre auf Reserve zu legen. Vll. will man ja später noch eine Datendose/Raumthermostat,etc nachrüsten.

  • Hallo,
    als ich vor fast 20 Jahren mein Haus gebaut hatte (Fertighaus, Holzständerbauweise),
    habe ich noch im ganzen Haus Signalkabel LiyCy (TP) verlegt, in Jeden Raum mind. 6x2 Adern,
    teilweise auch 8x2 Adern. Die Kabel kamen alle bis in die Fensterkästen bzw. in fensternah in Klemmkästen
    und wurde unter der Treppe zentral zusammengeführt. Das hat sich für diverse Zwecke wie diverse Telefonleitungen,
    Klingelschaltungen, DSL-Leitung, Toröffner, Videocam am Eingang, Elektronische Schlösser mit Magnetschalter, Treppenlauflicht usw. sehr bewährt.
    Auf den Kabeln ist auch je ein Adernpaar mit 24V und 12V für Kleinverbraucher aufgelegt, so dann man für diverse
    Spielerei keine extra Versorgung braucht, sondern eben diese Zentral im Hausanschlusskasten plaziert ist.


    Leider war damals noch nicht so klar abzusehen, dass LED-Lamen sich mal als Beleuchtung durchsetzen wird.
    Sonst hätte ich auch gleich noch an die Lampenauslässe Kabel für Kleinspannung (24V) und Steuerkabel für Dimmer gelegt.
    Aber bei zukünftigen Renovierungen wird das auch noch zumindest teilweise nachgeholt.


    Heutezutage würde ich im Haus gleich eine 24V-Versorgung per Schaltnetzteil für Beleuchtung vorsehen.
    Das fehlt mir jetzt leider an einigen Stellen bei der systematischem Umstellung auf LED, auch wenn es nicht
    überlal nötig ist.
    Wichtig dabe sind dann auch Signalleitungen an die Stellen, wo normal die Schalter hin kommen, damit man die
    LED-Lampen eben auch beliebig dimmen kann.
    Von Funk und WLAN für so allg. Zeugs halte ich nicht viel. Es gibt schon genug Funkkram, der stört und gestört wird.
    Auch bei aufwendigen BUS-Systeme sollte man sich überlegen, ob man damit wirklich glücklich wird.
    Man muß damit rechnen, dass die Hardware aller paar jahre moralisch so weit verschlissen ist, dass man aufwendige
    Komponenten mit hohem Kosten und Zeitaufwand wieder erneuern muß.
    Ich wollte mir schon in den 90er-Jahren so eine Art Haussteuerung machen, aber diese wäre heute so was von veraltet.
    Kein damaliges Betriebssystem wäre heute mehr vernünftig zu pflegen und keine aktuelle Hardware würde die alten Programme
    und Treiber unterstützen. Selbst rel. gut standardisierte Lösungen wie EIB kranken an zu vielen propritären Lösungen.
    Aller paar Jahre aber alle neu zu programmieren, das wäre mir viel zu nervig. Auch so'n Rasberry wird mal total veraltet sein
    und wenn dann so ein Teil kaputt geht, steht man blöd da.


    Auch wenn ich ein E-Smog-Esoteriker bin, so sollte man Installationen, die Jahrzehnte ohne Klagen funktionieren sollen,
    nicht zu kompliziert machen. Funklösungen sind nur dann zu bevorzugen, wenn man keine Möglichkeit mehr hat,
    einfach Kabel zu verlegen oder eben ohne Kabel flexibler sein will.
    Dimmerschaltungen würde ich dann grundsätzlich analog machen, weil diese oft unsäglichen PWM-Dimmer auch EMV-technisch
    eher lästig sind. Bei einer zentralen 24V-Versogung braucht es dann auch nur einen Poti zum Einschaltzen und Dimmen.
    Falls du da Schaltungen und Ideen suchst, kannst du ja gerne noch mal anfragen.
    Meine LED-Lampenprojekte und diversen Eletronik-Kram findest du hier:
    http://uwiatwerweisswas.schmus…wi/ELEKTRONIK/LED_LAMPEN/
    Da ist aber noch einiges, was ich die letzen Monate installiert habe, noch gar nicht drin.
    Derzeit habe ich einige alte Deckenlampen mit Achrich-Modulen umgebaut.
    Da braucht man zum Glück gar keine Kleinspannung für.
    Gruß Helles Licht

  • Also wenn Du die Möglichkeit hast, würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall Steuerleitungen verlegen. Ist einfach sicherer als irgendwelche Funkverbindungen. Z.B. J-Y(st)Y oder CAT-Kabel, hast Du viele Adern und ist günstig.


    Da Du ja nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen hast (also z.B. von der Wand zum Sternenhimmel) wäre z.B. DMX ne Möglichkeit. Das ist sicher auch in Jahren noch aktuell, gibt vieles günstig fertig zu kaufen, und ist easy selbst zu bauen.


    Auf jeden Fall, wenn Du die Möglichkeit hast, möglichst tiefe Dosen - damit da auch was rein geht.


    Bei Selbstbau ist dann immer noch möglich, das Ganze alternativ z.B. Über's Handy zu steuern...

    It's only light - but we like it!


    Da es sich in letzter Zeit häuft: Ich beantworte keine PNs mit Fragen, die sich auch im Forum beantworten lassen!
    Insbesondere solche von Mitgliedern mit 0 Beiträgen, die dann meist auch noch Sachen fragen, die bereits im entsprechenden Thread beantwortet wurden.
    Ich bin keine private Bastler-Hotline, technische Tipps etc. sollen möglichst vielen Lesern im Forum helfen!

  • Ich finde es faszinierend wie einig sich hier alle sind-ich würde Kabel auch immer den Vorzug vor Funkverbindungen geben, hab aber imemr das Gefühl alle anderen sind anderer Meinung. :D


    Wie gesagt-ich würde dir auch zu einem Kabel raten. Ich halte es generell für gut, möglichst wenig EM-Wellen durch die Gegend zu jagen. Für Wohnräume gilt dies besonders. Sofern das Thema Sicherheit/Verschlüsselung wichtig wird erst Recht.

    Das Erfolgskonzept von Windows ist eine gelungene Mischung aus Marketing, Korruption, Kartellmißbrauch und der erfolgreichen Spekulation auf das Naturgesetz, daß Scheiße oben schwimmt.


    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden,
    kann man Schönes bauen.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Wäre eine Möglichkeit, wenn nicht irgendwo noch eine Steckdose oder der Nebenraum/Außensteckdose durchgebrückt ist.
    Aber wo willst du deine Elektronik verstauen, bzw wie willst du schalten?
    Du brauchst ja mindestens eine Tasterschnittstelle oder ähnliches und eine Stromversorgung für deinen Bus. Zuleitung ist höchstwahrscheinlich nur ein 3x1,5 und lässt sich nicht als Busleitung/Kleinspannungsversorgung missbrauchen > extra Netzteil notwendig und Bus sinnlos, da nur für einen Raum
    Und vorhandene Steckdosen müssen natürlich auch durchgeschleift werden.
    Sind die Leitungen bei dir nicht in Leerohr verlegt?
    Wenn nicht, dann musst du eh schlitzen, immerhin muss die Busleitung auch in andere Raume/Verteilung. Dabei am besten gleich ordentlich Leerohre verlegen, dann kann bei Bedarf auch noch was geändert werden.

    Aber um mal ehrlich zu sein, ich halte einen Datenbus für ein Wohnhaus für etwas übertrieben, entsprechende Vorschaltgeräte mit 1-10V Schnittstelle und Drehpotis reichen da mMn völlig aus. Wenn du 2 oder mehr Schaltstellen benötigst kannst du auch einen Universal Dimmschalter mit 1-10V Schnittstelle (z.b. Eltako SDS61 1-10V) und Serientaster verwenden. Und wenn später wirklich noch ein Bussystem kommen sollte, lassen sich 1-10 Vorschaltgeräte auch (wenn ausreichend Leerohre vorhanden sind) in ein Bussystem integrieren.

  • Ich hab doch gesagt, dass da zwei Kabel verlegt sind. Ein 3*1,5 und ein 5*1,5. Und die 3*1,5 ist für Steckdosen. Von da kann ich auch Strom für ein Netzteil holen.


    Ich habe mir überlegt, eine von den Verteilerdosen durch eine größere zu ersetzen, in die auch ein Netzteil und die "Intelligenz" passt.


    Lieber wäre mir natürlich eine komplette Erneuerung der Elektrik. Aber das wäre halt mit viel Dreck verbunden und würde ein paar Tage dauern. Weiß nicht, ob ich das will

  • Mir schon klar, dass das theoretisch funktioniert.
    Lediglich finde ich es etwas "Overkill" nur für einen Raum ein eigenes Bussystem (sei es jetzt KNX/DALI/DMX oder Eigenbau) aufzubauen, dass seine Vorteile (Vernetzung des kompletten Hauses) gar nicht ausspielen kann und nur mehr Aufwand (Progammieren) macht, mehr kostet und fehleranfälliger ist.


    Das 5x reicht für 24V und Busleitung aus, allerdings hast du keine Reserve mehr und kannst auch nicht mit anderen Räumen verbinden.

  • Wenn das so ist, musst du eh zur Fräse greifen (keine Buszuleitung).
    Dann würde ich wie gleich alles (sofern möglich) zentral in die Verteilung klatschen (samt 24V Netzteil), denn Netzteile/Relais/Schaltaktoren brummen manchmal, was in Wohnräumen nicht gerade erwünscht ist. Ist natürlich mehr Aufwand, aber wenn mal Steuerleitung und 24V Leitung liegen, hast du noch alle Möglichkeiten.

  • Hallo,
    man braucht ja nicht überall zwingend Kleinspannung, um LED-Lampen zu betreiben.
    Überall dort, wo man nicht unbedingt dimmen will, sondern ganz einfach klassisch mit Schalter An/Aus zufrieden ist,
    kann ich LED-Lampen mit Acrich2-Modulen direkt an 230V empfehlen. Natürlich nur, sofern das von der Bauart irgend wie geht geht.
    http://uwiatwerweisswas.schmus…ech_in_Lampe_montiert.JPG
    http://uwiatwerweisswas.schmus…ED_LAMPEN/ACRICH2_Module/
    http://uwiatwerweisswas.schmus…/LED_LAMPEN/TREPPENLAMPE/
    Man braucht halt für die Applikation eine gewisse Kühlfläche.
    Somit ist auch die klassische Verdrahtung an vielen Stellen für die nächsten Jahrzehnte noch gut genug.


    Ich habe allerdings auch eine Lampe mit Acrich2-Modul umgebaut, die mit einem alten Dimmer dimmbar ist.
    Das Problem dabei: Normale billige Phasenanschnittdimmer für Glühlampen haben ein sogenanntes Snubber-Glied.
    Das habe ich aus dem alten Dimmer ausgebaut. So kann man diese Module in gewissen Abstufungen auch dimmen.
    Problem Acrich-Module und Dimmer
    http://uwiatwerweisswas.schmus…/21_Achrich-gedimmt_1.JPG
    Damit kommt man in der untersten Stufe auf eine Lichtleistung, die etwa einer 3...5W Glühlampe entspricht,
    wobei die max. Lichtleistung ungefähr 60...80W sein dürfte.
    Gruß Helles Licht

  • Ich habe jetzt beschlossen, die komplette alte Elektrik raus zu werfen, Raum für Raum. Zum einen liegt überall noch Stegleitung, teilweise fast 10cm breite Bahnen. Das da noch keiner einen Nagel rein gehauen hat ist ein kleines Wunder. Die Verteilerdosen platzen teilweise und sehen aus wie ein Teller komprimierte Spaghetti. Last but not least werden für Wechselschaltungen fast überall Nullleiter und Schutzleiter mit verwendet, was mal gar nicht geht.


    Jetzt kommt zu jedem Schalter und zu jeder Steckdose ein Datenkabel. Will zB Steckdosen schaltbar machen. Dafür entwerfe ich eine keine Platine, die in die Schalterdosen passt und an die man mehrere Taster anschließen kann und die eine Steckdose schalten kann.