LED-Panel als Hauptbeleuchtung fürs Wohnzimmer?

  • Hallo!


    Ich finde flache LED-Panels sehr schick und überlege ein solches Panel an die Decke in meinem Wohnzimmer (25qm) anzubringen. Konkret dachte ich z.B. an dieses Panel http://www.leds.de/LED-Lampen-…lber-Licht-warmweiss.html .


    Ich bin mir blos nicht sicher, ob so ein Panel den Raum dann gleichmäßig und ausreichend ausleuchtet. Ich befürchte, dass sich direkt unter dem Panel ein Spot bildet und die Ecken des Raumes sowie die Decke recht dunkel bleiben (Abstrahlwinkel 120 Grad). Hat hier jemand Erfahrung, ob das wirklich der Fall ist? Wäre es dann vll. besser zwei LED-Panel an zwei unterschiedlichen Stellen an der Decke anzubringen?


    Schon mal danke für Antworten.

  • Hallo Rino, willkommen im Forum.


    Deine Überlegungen sind nicht ganz falsch - die Decke wird in der Tat recht wenig Licht abbekommen, nur das was vom Raum refelektiert wird. Das wird auch mit 2 Panels wohl nicht besser.
    Für mich käme sowas im Wohnbereich nicht in Frage, solche Beleuchtung hat immer etwas von Büro- oder Werkhallenbeleuchtung.
    Eine angenehmere, gleichmässigere Beleuchtung würdest du erhalten, wenn du das Panel andersrum, mit etwas Abstand Richtung Decke strahlen lässt, so daß der Raum über die Reflektion der Decke beleuchtet wird. Dafür brauchst du dann aber im Vergleich zum "Downlight" deutlich mehr Lichtleistung, und es gibt wohl auch für diesen Zweck bessere Bauformen, z.B. die klassischen Deckenfluter, oder Led-Stripes an den Wänden unterhalb der Decke.

  • Die Decke wird dadurch tatsächlich nicht wirklich hell. Wenn du jetzt hohe Decken hättest, wäre das nicht unbedingt ein Problem (dort lässt sich der leicht höhlenartige Charakter leichter ertragen), bei Standardgröße würde ich es tatsächlich auch nicht unbedingt machen.
    Funktionieren kann es recht gut, wenn du ein sehr helles (im Sinne von "weiß"^^) Zimmer hast, da dort die Reflektionen recht gut sind. Aber ein Parkettboden bspw wäre nicht geeignet.
    Als indirekte Beleuchtung würde ich es ebenfalls nicht benutzen - da verschwendest du sehr viel Licht in der Mitte, weil nur die äußeren 10-20cm tatsächlich stark zur Erleuchtung des Raumes beitragen.



    Aber mal als ganz anderen Gedanken: Warum nicht an die Wand hängen? Das wäre das natürlichste Licht, ähnlich wie bei einem Fenster.

  • Schon mal vielen Dank für die Antworten. Ich denke, dann werde ich mir tatsächlich was anderes überlegen.


    Fakrae : Blendet das dann nicht, wenn ich in die Richtung des Panels schaue?


    Würdet ihr dann als "Hauptlicht" eine ganz normale Deckenlampe empfehlen?


    Habt ihr Links / Tutorials / Literatur zu dem Thema, die ihr mir empfehlen könnt? Also jetzt erstmal noch nicht die technische Seite, sondern allgemein, was gute Beleuchtung in einem Wohnraum ausmacht.

  • 70W auf 60x60? Ich würde sagen das ist ein Fenster bei direkter Sonneneinstrahlung (geschätzt) - vielleicht etwas mehr.
    Wenn es die einzige Lichtquelle ist (und dadurch das Zimmer selbst recht dunkel) dann blendet es. Wenn du bereits eine gewisse Grundhelligkeit hast (weil bspw mehrere davon an verschiedenen Wänden hängen), müsste es gehen.


    Definiere "normale Deckenlampe" :-) Stöber dich mal durch unser Forum, da findest du viele Anregungen (bspw bei mir Projekt 2) - indirekte Beleuchtung mittels Lichtvouten ist ebenfalls eine super Sache, kommt aber halt alles auf die Gegebenheiten an (2m Deckenhöhe vs 2,50m benötigt bspw. ganz andere Lichtkonzepte und mit 3m hat man nochmal andere Möglichkeiten)

  • Definiere "normale Deckenlampe"


    Gute Frage !
    Bei mir hat die "normale Deckenlampe" schon lange ausgedient. Ist zwar vorhanden, sogar mit Doppelschalter für 2 Deckenleuchten .. wird aber selten benutzt.
    Der erste Schalter macht "Putzlicht, hell" und ist immer eine gute Wahl wenn die Partygäste nach 12 immer noch nicht gehen wollen. Morgen ist schliesslich Werktag ^^ Da wäre dein Deckenpanel glaub eine ganz gute Wahl.
    Den benutze ich ansonsten immer dann ,wenn ich mal putzen will im Wohnzimmer. Also, recht selten. :-)


    Der zweite Wandschalter macht meinen Tisch hell. Gut beim Abendessen, man sieht was man isst. Das lässt den Rest des Raums aber dunkel.


    Zum "Wohnen" hab ich immer gern 3 oder 4 kleinere Lichtquellen im WoZi, eine hinter dem Fernseher als augenfreundliches Backlight, 2 weitere in den Ecken die vom Boden die Decke anleuchten , ganz kleine 3W Ledspots, und eine Schreibtischleuchte mit auch grad mal 6 Watt LED.
    Wenn ich alle Leuchten zusammenzähle die hier in meinem WoZi funktionieren, komm ich auf knapp 20. Die benutze ich auch alle gerne, wenn nicht immer das ein-ausschalten soviel Zeit brauchen würde. Deshalb, immer nur so 1-4 von denen.
    Hoffe, dich jetzt total verwirrt zu haben, :-) PS, bei LIDL gibts heute Ledspots mit Bewegungssensor. Werd mir wohl 2 holen, das spart das ewige Bücken nach den Steckerleisten.

  • Durch das Küchenfoto animiert habe ich mir gerade die am Anfang erwähnten "Ultraslim LED Panel Professional" einmal genauer angeschaut.


    Dort gibt es ein Modell (C-58916) das etwa 60cm x 60cm groß ist und 13mm dick. Der Aufbau scheint so zu sein, daß nach vorne eine Plexiglasscheibe fast die komplette Fläche bedeckt, lediglich der Rand/Rahmen ein 2cm breites Aluprofil ist. Wenn man zur deckennahen Montage das hinten angebrachte Netz- und Steuergerät abnimmt ist wohl die gesamte Rückseite ein Aluminium-Blech.


    Mir geht es nun um die Wärmeabfuhr dieser Lampe. Bei eng anliegender Deckenmontage wird nach hinten über das Blech in Richtung Decke (Holz oder Putz oder Beton oder was auch immer) wohl vernachlässigbar Wärme abgeleitet. Nach vorne über das Plexiglas (ich nehme an, dass es solches ist) sieht es wohl nicht viel besser aus. Dann bleiben nur noch die etwa 785cm^2 Oberfläche des Alurahmens (umlaufend 2cm breit, 13mm hoch) die Wärme an die Luft abgeben können. Und auch das dürfte in Ermangelung einer merklichen Luftströmung bei dieser geringen 'Höhe' an dem Profil vorbei nicht so doll sein. Auch muss die Wärme der mittleren LEDs erst mal bis an den Rand transportier werden.


    Bei diesem Modell mit angegebenen 72W fallen nun vielleicht grob geschätzt 1/2 bis 2/3 der eingebrachten Leistung als Wärme an, also etwa 40W.


    Wenn ich nun bedenke, wie warm ein Meter Coverline-Profil bei 40W abzuführender Wärme (mit etwa 1400cm^2 Oberfläche und frei aufgehängt im Raum, also funktionierender Konvektion) wird komme ich doch etwas ins Grübeln, da diese Panels doch hochpreisige Markenqualität sind, mit immerhin 5 Jahren Garantie. Werden in ihnen die LEDs wirklich so warm 'gefahren' oder mache ich irgendwo einen Denkfehler. Über Kommentare würde ich mich freuen.

  • Mittlere LEDs gibt's bei sowas meist nicht, die sind alle am Rand und strahlen seitlich in das Plexi, durch die Fläche tritt das Licht wieder aus.


    Ja, bei gekauften Leuchten werden die LEDS meist deutlich wärmer als wenn unsereins beim Selbstbau gut auf die Kühlung achtet.


    Da sinkt die Lebensdauer natürlich, aber wenn von den 50.000 Stunden nur noch 20.000 über bleiben, ist das für den Hersteller nicht so schlimm. Das sind bei 10 Stunden Betrieb am Tag immerhin ca. 5 Jahre, und dann ist die Garantie ja abgelaufen...

    It's only light - but we like it!


    Da es sich in letzter Zeit häuft: Ich beantworte keine PNs mit Fragen, die sich auch im Forum beantworten lassen!
    Insbesondere solche von Mitgliedern mit 0 Beiträgen, die dann meist auch noch Sachen fragen, die bereits im entsprechenden Thread beantwortet wurden.
    Ich bin keine private Bastler-Hotline, technische Tipps etc. sollen möglichst vielen Lesern im Forum helfen!

  • Mittlere LEDs gibt's bei sowas meist nicht, die sind alle am Rand und strahlen seitlich in das Plexi, durch die Fläche tritt das Licht wieder aus.


    Kurzzeitig hatte ich auch gedacht, dass diese Leuchte vielleicht auf dem Wege Plexiglas-Endlighten und Kantenbeleuchtung durch die LEDs realisiert wird.


    Bei solch einem Kantenbeleuchteten Plexiglas wird doch aber jeweils die Hälfte des Lichtes auf die beiden Seiten abgestrahlt. Die Hälfte des Lichtes wäre also quasi in der Lampe gefangen und verloren..... oder kann man bei einem solchen Aufbau die hintere Fläche irgendwie verspiegeln, dass es diesen Verlust nicht gibt?


    Wenn die Hälfte des Lichtes als Verlust akzeptiert würde müßten die LEDs einen Effizienz von über 160lm/W haben (bei der angegebenen Effizienz von 83,3lm/W für die Leuchte), was wohl recht unrealistisch ist.


    Das mit dem verspiegeln stelle ich mir auch nicht gerade einfach vor. Bei dem Plexiglas Endlighten sind ja viele winzige Kügelchen im der Masse des Plexiglases verteilt die das Licht in alle Richtungen streuen, das Licht wird also auch erst mal nach 'hinten' gestreut. Und wenn die zurückspiegelnde Fläche nicht direkt auf dem Plexiglas aufliegt geht das Licht erst mal durch die Grenzfläche Plexiglas / Luft hinten raus, wird dann reflektiert, kommt dann wieder durch diese Grenzfläche in das Plexiglas um dort abermals auf die darin verteilten Kügelchen zu treffen...... sicher nichts, was die Effizienz steigert.


    Auch wird ein Abstrahlwinkel von 120° im Prospekt angegeben, das läßt finde ich eher nicht auf Kantenbeleuchtung schließen, das sollte doch quasi 'rundherum' leuchten.


    'DVE', falls du noch mitliest, könntest du dir deine Leuchte unter diesen Gesichtspunkten einmal genauer ansehen, mich interessiert wirklich wie das alles hier gelöst ist. Oder hat noch jemand anderes solch ein Teil oder weitere Ideen?

  • Klar, verspiegeln geht immer, dafür gibt es sogar richtige weiße Folien mit hoher Reflexion. Pesi hat aber nicht von Kantenbeleuchtung gesprochen (nicht im Sinne von Endlighten) sondern da wird häufig einfach das Licht in einen weißen Hohlraum hinter dem Plexiglas gestrahlt. Irgendwann wird es dann schon oft genug reflektiert, dass es dann schließlich vorne raus kommt.
    Die "Kügelchen" im Endlighten sind richtungsabhängig-reflektierend. Beim senkrechten durchschauen ist das Plexiglas nahezu perfekt klar - wie Glas.

  • Zitat

    Pesi hat aber nicht von Kantenbeleuchtung gesprochen (nicht im Sinne von Endlighten) sondern da wird häufig einfach das Licht in einen weißen Hohlraum hinter dem Plexiglas gestrahlt.


    Ah, dann hatte ich das falsch verstanden als Pesi von seitlich in das Plexi einstrahlen sprach.


    Solch eine Hohlraumbeleuchtung mit flächigem Austritt auf einer Seite stelle ich mir gerade aber nicht als einfach machbar vor.... OK, wenn er nach oben verspiegelt ist, dann ist zumindest das mit dem Lichtverlust und damit Effizienz nicht mehr gar so tragisch. Aber dieser Hohlraum sollte dann ja gleichmäßig beleuchtet sein, damit das Plexiglas dann auch gleichmäßig hell ist. Und da es auch ein Modell mit 1,2m auf 0,45m gibt würde ich darin eine echte Herausforderung sehen. Aber andererseits würde dieser Aufbau etwa mit den 13mm hinkommen, verspiegelte Rückwand, Holhraum und Plexiglas dürften zusammen etwa so dick sein.


    Zitat

    Die "Kügelchen" im Endlighten sind richtungsabhängig-reflektierend. Beim senkrechten durchschauen ist das Plexiglas nahezu perfekt klar - wie Glas.


    Da ich noch nie mit Endlighten gearbeitet habe noch eine Frage hierzu: Bei einer von der Seite eingestrahlten Scheibe ist es dann aber schon so, dass das Licht auf beiden Flächen gleichmäßig, also etwa halbe-halbe rauskommt?

  • Endlighten: Ja, das kommt etwa 50:50 zu beiden Seiten raus (oder vielleicht auch nur 45:45 mit 10% Verlust, der durch strahlt oder so - du verstehst was ich meine ^^)


    Dadurch, dass das Plexiglas matt ist, reflektiert es selbst etwas und die Innenseiten des Hohlraumes sind nicht spiegeln sondern matt reflektierend (also eher streuend) - dadurch kann man das relativ gut hinbekommen. Und bei einem 120x45 ist die relevante Dicke ja auch nur bei 45cm (alles was dann noch übrig bliebe und nur von 2 Seiten angestrahlt würde, wird eben vollends zu-reflektiert)

  • Ah, dann hatte ich das falsch verstanden als Pesi von seitlich in das Plexi einstrahlen sprach.


    Guck dir mal das letzte Produktbild hier an. Da siehst du wie seitlich einstrahlen ohne Endlighten "gelöst" wird

  • Zitat

    Guck dir mal das letzte Produktbild hier an. Da siehst du wie seitlich einstrahlen ohne Endlighten "gelöst" wird


    Dankeschön, genau so ein Bild hatte ich zur Erklärung gebraucht. Dann findet die Wärmeabfuhr bei dieser Bauweise von den LEDs ja direkt auf das Aluprofil statt, nur von dem Profil zur Umgebungsluft sieht es bei direkter Deckenmontage immer noch recht mau aus. Aber wie Pesi schon schrieb, die 5 Jahre Garantiezeit werden die Lampen wohl irgendwie durchhalten.....


    Zitat

    und die Innenseiten des Hohlraumes sind nicht spiegeln sondern matt reflektierend (also eher streuend)


    Nicht dass ich sofort Verwendung dafür hätte, aber solch eine möglichst gut reflektierende/streuende Oberfläche, wie bekommt man die? Gibt es dafür Lacke oder eine Folie zum aufkleben?

  • eine möglichst gut reflektierende/streuende Oberfläche, wie bekommt man die? Gibt es dafür Lacke oder eine Folie zum aufkleben?


    Es gibt beides. Die Folien sind nach allem was ich weiß idR besser (höhere Reflexionsgrade). Lack ist z.B. dieser: http://www.freilacke.de/filead…ing_light-industry_DE.pdf


    Folien gibt es z.B. http://www.foliencenter24.com/…htverstarkende-folie.html oder https://lumenique.com/Qstore/Q…i?CMD=011&PROD=1327333192


    Siehe auch diesen Beitrag und im selben Thread weiter unten.

  • Hmm. Meine Decke ist mit 2,45m relativ tief. Ich finde die Idee, die Decken-Ecken separat anzustrahlen sehr interessant. Dann hol ich mir vll. doch so ein LED-Panel an die Decke und zusätzlich eben noch "Ecken-Strahler" damit die Decke auch schön reflektiert und die Ecken nicht so dunkel wirken. Zusätzlich will ich meine Bilder an der Wand noch leicht anstrahlen - dafür muss ich noch eine Lösung finden.


    Und das LED-Panel würde ich natürlich auch nur zum Putzen auf maximal stellen und ansonsten halt gediegen abdimmen und als Grundbeleuchtung nutzen. Meint ihr das könnte so klappen?