LEDs mit Multimeter testen | Wie aussagekräftig ist das?

  • Hallo,


    ich teste vor allem in China gekaufte LEDs (high power) gerne mit meinem Multimeter.
    Das hat die vergangenen paar hundert LEDs auch gut funktioniert.
    Ich habe zwar nur ein subjektives "Messergebnis", aber das reichte mir bisher immer aus.
    Einfach die, je nach Händler, 5 - 20% weniger hell leuchtenden LEDs aussortiert und ich hatte das Gefühl, dass ich dadurch "nur die guten LEDs" verwende...
    Jetzt habe ich diese Woche zwei Lieferungen bekommen die mich etwas verwirren und ich muss die Prüfmethode mal etwas hinterfragen, bevor ich den Händlern Unrecht tue und davon ausgehe, Schrott geliefert bekommen zu haben.
    Bei der Durchgangsprüfung hatte ich unabhängig der Wellenlänge immer ein optisches Feedback. Egal ob es eine LED mit bis zu 300mA oder eine mit bis zu 3000mA war. Geleuchtet haben alle ( im Schnitt hatte ich weniger als 1% "defekte" LEDs ), sofern sie im Bereich 1 - 5 V lagen.
    Nun habe ich bis zu 80% nicht leuchtende LEDs die aber laut Multimeter Durchgang haben.


    Kann mir von Euch jemand mal die Probleme meiner "Messmethode" aus Sicht einer fachkompetenten Person beschreiben?
    Oder ist meine sehr subjektive Herangehensweise gar nicht so falsch und ich hab diesmal eben einfach in die Tonne gegriffen?


    Herzlichen Dank!

  • Hallo,
    nach meiner Erfahrung reicht der geringe Strom des Durchgangstests aus, um LED sichtbar zum leuchten zu bringen.
    Die Durchgangsmessung ist allerdings keine Garantie dafür, das die LED auch leuchten, sonden nur dafür, dass der Durchgang eben nicht unterbrochen ist.


    Um aber dumme Fehler auszuschließen, würde ich mal mit einer anderen Spannungsquelle prüfen, z.B. 12V Steckernetzteil und Vorwiderstand (z.B. 1kOhm)
    Um eine Auusage über die Helligkeit zu bekommen, würde ich einen Referenz-LED mit in Reihe schalten.
    Zur Kontrolle solltest du dann die Flußspannung mit kontrollieren.
    Gruß Helles Licht

  • Um aber dumme Fehler auszuschließen, würde ich mal mit einer anderen Spannungsquelle prüfen, z.B. 12V Steckernetzteil und Vorwiderstand (z.B. 1kOhm)


    12V halte ich für zu hoch. Wenn man die LED in Sperrichtung anschließt, dann testet man sie so schon u.U. kaputt! Ein 5V Netzteil halte ich aus diesem Grunde für geeigneter. 5V Sperrstannung sollten LEDs noch vertragen.

  • Wären da nicht auch ~25 bis 50 € in deinem Budget für ein regelbares Netzgerät mit Strombegrenzung ?
    Damit könntest du deine subjektiven in objektive Messungen verwandeln und die LEDs genau innerhalb ihrer Spezifikation betreiben.


  • 12V halte ich für zu hoch. Wenn man die LED in Sperrichtung anschließt, dann testet man sie so schon u.U. kaputt!
    Ein 5V Netzteil halte ich aus diesem Grunde für geeigneter. 5V Sperrstannung sollten LEDs noch vertragen.


    Hallo,
    hast du auch wieder recht.
    Allerdings sind 5V wieder etwas zu wenig, wenn man 2 LED mit typ. ca. 3V Flußspannung (weiß, blau, verkehrsgrün) in Reihe schalten wollte, um die Helligkeit zu vergleichen.
    Eine eine einfache Laborstromversorgung mit einstellbarer Ausgangsspannung wäre da tatsächlich die bessere Lösung.

  • Prinzipiell ja... aber nur, wenn der Strom sich auch im unteren Bereich feinfühlig genug einstellen lässt. Wenn du 20mA für eine Standard-LED einstellen willst und der Strom springt beim Anfassen des Potis von 10mA auf 100mA, dann ist die LED, wenn auch nicht kaputt, so doch zumindest schon vorgeschädigt.
    Weiterhin würde ich die Leiterplatten-Spindelpotis rausschmeißen. Die sind nur für wenige Abgleichzyklen ausgelegt. Besorge dir für Frontplattenmontage 10 oder 20 Gang Potis. Die müssen dann ebenfalls gute Qualität haben, nicht das bei denen dann der Wert springt, oder der Schleifer mal kurz abhebt und Strom, bzw. Spannung mal kurz auf Maximum springen.
    Der Teufel steckt also, wie immer, im Detail ;)

  • Hallo,
    wenn es billig sein soll, dann geht auch solches ein Modul:
    https://www.ebay.de/itm/DC-DC-…id=p2385738.c100677.m4598
    Aber auch da würde ich den Feintriebregler von der Platte ablöten und durch einen ordentlichen Poti oder noch besser durch 2 Potis für Einstellung "grob" und "fein" ersetzen.
    Als Eingangsspannung ist ein Steckernetzteil z.B. 24V gut geeigent.


    Zum Test von LED ist eine einstellbare Spannung und ein Vorwiderstand immer noch die zuverlässigere Lösung,
    wenn man die Spannung zum Test nur langsam hochstellt und dabei nicht auf unverträgliche Werte geht.
    Gruß Helles Licht