[Projekt fertig] Pendelleuchte als Esstischlampe

  • Liebes Forum,

    auch wenn es hier sehr ruhig geworden ist, und kaum noch Projekte von a-z hier vorgestellt werden, wage ich mich doch mal daran ein seit geraumer Zeit schwelendes Projekt vorzustellen - nicht zuletzt, um mir selber ein wenig Fertigstellungsdruck zu machen :D.

    Meine Liebste hat in den vergangenen Jahren zigmal ihre Vorstellungen für eine Esstischbeleuchtung umgekrempelt und so sind schon mehrere weit gediehene Entwürfe wieder eingestampft worden. Seit längerem hat es ihr nun aber eine Lampe angetan, die mMn ein wenig an so einen Kopfhautmassageding aus Draht erinnert:

    (zB hier zu finden). Mir war das aber auch mit stärkeren E27er Replacements nicht so recht ausreichend, also mal selbst was entworfen, was neben dem Hauptleuchtmittel, welches oben in dem zylinderförmigen Teil sitzt, noch einen Leuchtring unten am Ende besitzt, welcher den Tisch nochmal richtig hell machen kann (wir und gerade die Kinder arbeiten auch häufiger am Esstisch) und nach oben hin auch als Ambientebeleuchtung herhalten kann.

    Die Wahl für das Hauptleuchtmittel fiel auf eine Square 50 Platine mit 49 Samsung LM301B in 3500K. Den Ring nach unten bestücke ich mit Segmenten von den 50cm Alustreifen mit 98x Samsung LM301B LEDs 3500k. Für die Stimmungsbeleuchtung (Ring nach oben) kommen Segmente von den superwarmweißen 50cm Alustreifen mit 42 NICHIA LEDs 2400k zum Einsatz.

    Die Streben (in der Zeichnung gelb) werden voraussichtlich aus 10mm Birke-Multiplex (natur) bestehen. Hier bin ich derzeit am Suchen nach einem Lieferanten, der das Material an den Wasserstrahlschneider liefert - 10mm ist leider nicht sehr gängig und die Aluteile sind schon bestellt...

    Die LED-Träger und zwei weitere Strukturteile werden derzeit bei Laserteile4you aus 5 bzw 3 mm Alu gelasert. Für die Plexi-Blenden läuft derzeit eine Anfrage bei Acrylshop24.

    Die Zuleitungen zum LED-Ring möchte ich jeweils in einer Strebe verstecken. Hierzu bin ich noch auf der Suche nach wasserfest verleimtem 5mm Birkensperrholz. Hier würde dann ein Kabelkanal eingefräst und zwei Teile aufeinander geleimt werden, so dass die Zuleitung im Inneren verläuft - vorausgesetzt die Strebe sticht dann nicht zu sehr optisch heraus. Falls ihr hier noch tolle Ideen habt, die Zuleitung zum Ring halbwegs unsichtbar zu gestalten, immer her damit!

    Die Verteilung liegt im Zwischenring oben zwischen LED-Träger der Square Platine und der Aufhängung.

    Die Lampe wird zweimal aufgebaut, um den sehr langen Esstisch zu versorgen.

    Es gibt noch einige Entscheidungen und Lösungen die Ausstehen:

    1. Strom-/Spannungsversorgung: Angedacht ist ein einziges 24V-CV-Netzteil (für jeweils eine oder gar beide Lampen zusammen). Die CC-Platinen würden einen passenden StepDown bekommen. Es ist aber eventuell auch günstiger die Teile mit eigenen CC-Netzteilen zu versorgen
    2. Lichtsteuerung: Im Prinzip gibt es hier ja drei Leuchtmittel (Main, Ring down, Ring up), wobei man eventuell Main und Ring down zu einem zusammenfassen könnte. Mindestens aber die Ambientebeleuchtung möchte ich separat schalten (und dimmen?) können. Da ich keine zusätzlichen Leitungen legen kann/will möchte ich hier auf Funkschalter ausweichen. Die wesentlichen Ideen hierzu sind auch schon ein paar Jahre alt und in diesem Thread schon mal ob ihrer Umsetzbarkeit abgeklopft worden - passiert ist leider noch nichts. Hier muss ich auch noch ein bisschen Infos sammeln.
    3. Baldachin: Irgendwie muss die Elektronik an der Decke dann ja noch hübsch verpackt werden...

    Soweit für heute.

    Gruß,

    J

  • Oder für Tiffany-Lampen bis 1,5mm

    Nicht euer Ernst, oder? Das ist Grundlagenwissen!

    1 mil = 1/1000 inch = 0,0254 mm

    Das verlinkte Kupferband hat also eine Stärke von 1,5 mil = 0,038 mm = 38 µm.

    Solche Kupferbänder verwende ich häufig für die Leitungsführung der Stromversorgung bei Selbstbauten.

    Einmal editiert, zuletzt von Tex (4. März 2021 um 22:33)

  • Noch als Info zu den Kupferbahnen:

    Die Leiterbahnstärke auf Platinen beträgt meist 35µm. Kann man gut als Vergleich zur Strombelastbarkeit der obigen Kupferbahnen herannehmen:

    Da es meist um relativ kurze Leitungen (<1m) geht, kann man den Spannungsabfall meist vernachlässigen. Will man ihn berücksichtigen, muss man den Widerstand der Leitung berechnen.

    Ich verwende meist das 4,8 mm breite Band. Der Querschnitt beträgt dann 0,1824 mm² was einen Widerstand von 0,094 Ohm je Meter ergibt.

    Bei dem verlinkten 6,4 mm breiten Band sind es sind es 0,2432 mm² und 0,07 Ohm je Meter.

    Dass diese Leitungen natürlich nicht für Netzspannung geeignet sind versteht sich von selbst.

    Hier mal ein altes Projekt von mir, bei dem ich diese Kupferfolien verwendet habe:

    Tischleuchte

    Die Leiterbahnführung ist dort hinterher praktisch unsichtbar.

  • Nicht euer Ernst, oder? Das ist Grundlagenwissen!

    1 mil = 1/1000 inch = 0,0254 mm

    Das verlinkte Kupferband hat also eine Stärke von 1,5 mil = 0,038 mm = 38 µm.

    Solche Kupferbänder verwende ich häufig für die Leitungsführung der Stromversorgung bei Selbstbauten.

    Mach mal kein Drama daraus.

    Ich hätte halt unten lesen sollen.

    Material: Kupfer

    Materialstärke: 1,5mil (0,038mm)

    Breite: 1/4" ( 6,35mm ) - Abbildung nicht Maßstabgerecht

    Länge: 33m (36Yards)

    Alle gut, nix passiert, die Welt dreht sich noch.:thumbup:

  • Danke, für diese Ideen. Ich werde mal sehen, wie die dünnen Holzstreben werden. Wenn die optisch akzeptabel werden (was unsicher ist, da vermutlich die Verleimung der dünnen Platten nicht wasserfest ist - etwas ungünstig zum Wasserstrahlschneiden...), werde ich die Variante mit dem eingefrästen Kabelkanal wählen. Das Kupferband behalte ich aber in der Hinterhand. Allerdings bleiben die Schnittkanten weitgehend unbehandelt, so dass das Kupferband natürlich schon deutlich auffallen würde, hm.

    Die Aluteile sind jedenfalls auf dem Weg, die Holzteile beauftragt (note to self: 10mm Multiplex ist keine Standardware...nächste mal 12mm oder 9mm), beim Plexi bin ich noch auf der Suche nach einem Anbieter der die Teile aus dem passenden Material zu einem akzeptablen Preis anbieten kann.

    Ich bin schon gespannt auf den ersten Probeaufbau...

    Gruß,

    J

  • Langsam, langsam geht es voran mit dem Projekt - aber immerhin schneller als die Impfkampagne!

    Inzwischen sind endlich alle bestellten Teile eingetroffen.

    Hier die Alu-Teile, gelasert bei Laserteile4you. Mit der Qualität bin ich nicht so sehr zufrieden. Sind ja nicht die ersten Alu-Laserteile, die ich bestellt habe...

    Die Plexi-Teile hab ich bei plexilaser machen lassen. Die konnten die gewünschten Plexisorten (LED & Satinice) liefern und waren preislich gut.

    Ziemlich begeistert bin ich von den Holzteilen. Auch das nicht wasserfest verleimte 5mm Sperrholz ließ sich gut schneiden, ohne dass es aufgequollen ist. Kanten brechen und ein leichter Oberflächenschliff mit 240er ist alles was die noch brauchen. Im Vergleich zu gelaserten Holzteilen eine wahre Freude. Keine verkohlten Schnittkanten, kein Brandgeruch etc. Diese hab ich bei AWStec schneiden lassen:

    Heute hab ich mich mal mit der Bestückung des ersten LED-Rings begonnen:

    Fortsetzung folgt...

  • Moin! Na klar ging es weiter. Aber dann doch langsamer als erhofft. Inzwischen hängen die guten Stücke aber seit 4 Monaten oder so - allerdings noch ohne Dimmfunktion. Aber schon zu viel gespoilert. Erstmal weiter der Reihenfolge nach.

    Zunächst wurden die zentralen Leuchtmittel montiert, also die Square 50 Platinen von LT. Dazu mussten zunächst die Aluträger gebohrt und mit dem Spacer verschraubt werden (inkl. Wärmeleitpaste versteht sich) (April.2021):

    Nun die LED-Platinen aufschrauben (wiederum Wärmeleitpaste nicht vergessen) (April 2021)

    Durch das Loch in der Seite des Spacers laufen später die Zuleitungen zu den LEDs im Ring unten.

    Dann die LED-Ringe bestücken und verkabeln (April 2021:

    Dann mussten etwa 50 Holzstreben geschliffen und geölt werden...(Juni 2021):

    Fortsetzung folgt (max. Bildanzahl erreicht)

  • Für die Zuleitung (weiter oben ja thematisiert) mussten Kabelkanäle in zwei halbdicke Streben eingefräst werden, welche später zusammengeleimt wurden. Hierzu habe ich erstmal eine Fräslehre gebaut, damit der Kanal gleichmäßig tief und möglichst mittig sitzt. Nicht zuletzt mussten die natürlich ziemlich gleich gefräst werden, damit sie beim zusammenleimen auch übereinander liegen... (Juni 2021):

    Alsdann wurden die Teile mit den Kabeln drin verleimt (November 2021) und anschließend ebenfalls geschliffen und geölt.

    Dann konnte ich endlich an den ersten Zusammenbau gehen. Zunächst musste die Lampenleitung in der Grundplatte mit den Zuleitungen zum Ring (die durch die Streben laufen) verbunden werden und an die Square 50 Platinen angeschlossen werden. Da war ganz schön fummelig, ging aber schließlich. Dann mussten auch die beiden LED-Ringe am anderen Ende der Strebe angeschlossen werden. Und schließlich konnte die Lampe Strebe für Strebe zusammengesteckt werden, wobei natürlich die Plexiblenden schon mit eingesetzt werden mussten. Als Abschluss kommt die Blende für den unteren Ring mit 4 Schräubchen fixiert. (Dezember 2021):

  • Danke, ihr beiden!

    Noch ein paar Stepstones:

    Zusammenbau der 2. Lampe (Januar 2022)

    Dann mussten ja auch noch die Probleme 1-3, die im Eingangsppost benannt wurden gelöst werden (und andere...).

    Zu 1. Strom- bzw. Spannungsversorgung und 2. Lichtsteuerung: Zum Einsatz gekommen sind nun 3 getrennte Netzteile für die drei Leuchtmittel (Main, Ring unten, Ring oben) und zwar jeweils ein Meanwell LCM 60, LCM 40, LCM 25. Die jeweiligen Leuchtmittel der beiden Lampen sind in Reihe geschaltet und im LCM jeweils per DIP auf einen Konstantstromwert eingestellt worden (wenn ich mich recht erinnere 700mA beim Main und Ring unten und 500mA beim Ring oben). Jedes LCM hängt an einem eigenen Funkschalter. Der alte Wandschalter schaltet nun das ganze Konstrukt überhaupt erst ans Netz - leuchten tut dann noch nix. Die einzelnen Teile können nun mittels Funkschalter geschaltet werden. Dimmung ist noch nicht dabei aber zumindest für das Ambientelicht noch angedacht.

    Zu 3. Baldachin: Hier hab ich mir vom Tischler einen passenden Kasten bauen lassen und die nötigen Bohrungen und Lüftungsschlitze selbst ergänzt.(Mai 2022)

    Ab an die Decke (Mai 2022):

    Bis es so weit war musste ich allerdings noch die Aufhängung klären. Leider habe ich kein Kabel mit 6 Adern plus Stahlseil finden können. Es war immer entweder 5+1 oder 7+0. Also musste eine gesonderte Stahseilaufhängung her. Da tut es eine handelsübliche. Das Problem war nun die Befestigung an der Lampe. Schlussendlich habe ich M10-Edelstahl-Ringmuttern verwendet, die ich auf M13x1 Feingewinde aufbohren musste. Nun war aber eine neue Zugentlastung nötig... Es gab immer was zu tun. Fortsetzung folgt...