Deinen süffisanten Tonfall beherrsche ich auch: du unterschlägst geflissentlich, daß Mid- und High-Power-LEDs in der Praxis eben nur in dem, was du "oberes Ende der Kennlinie" nennst, betrieben werden. Ein oder zwei Blicke in aktuelle Datenblätter täten auch dir ganz gut...
Hallo,
deine Argumente stehen auf wackligen Füßen.
Die Frage bezog sich zunächst ganz klar auf die Abhängigkeit der Helligkeit vom Strom.
Wenn ich schreibe, dass die Helligkeit über mehrere Größenordnungen (uA-Bereich bis paar hundert mA bei HP-LED) annähernd linear ist, dann bringt es auch nix,
wenn du das einfach mit der fragwürdigen Behauptung abwiegelst, dass die HP-LED "in Praxis" nur im oberen Bereich der Kennlinie betrieben würden (was so pauschal auch Unsinn ist).
Ich habe ja auch jedesmal geschrieben, das die Annahme einer linearen Kennlinie (Strom -> Helligkeit) nicht bis zu den maximum ratings gilt.
Kommen wir mal konkret zum Datenblatt (Duris E5). Da die Links direkt zu Osram leider derzeit tot sind, alternativ von hier:
https://oled-tech.de/files/10/GW JDSRS1.EC - DURIS E 5 (EnglishDeutsch).pdf
Wie ich als "Augentier" auf S. 14. Grafik (oben rechts) ganz gut erkennen kann, hat die Kennlinie eben keine starke Krümmung!
Ich habe mir auch die Mühe gemacht, diese Grafik mal zu vergrößern und die X-Skale bis 0mA zu erweitern (siehe Anhang).
Die 2 eingezeichneten Linearen Funktionen mit Schnittpunkten bei ca. 60mA (grün) und 120mA (rot) dienen der besseren Bewertung .
Wie man leicht erkennen kann, wäre der Fehler bei der linearen Interpolation von 60mA bis 120mA grade ca. 4%.
Zwischen 0....60mA liegt der Fehler eher nur im Bereich von 1...2%.
Bei der Interpolation von 120mA zu 180mA (180mA = maximum rating) käme man auf ca. 150mA, statt der ca. 143mA in der Kennlinie (ca. 5% Fehler).
Dagegen sieht man in der Grafik auf S.15 (oben rechts) die Abhängigkeit der Helligkeit von der Chiptemp.
Immerhin beträgt das Derating bei 100°C Chiptemp. ca. 13% gegenüber 25°C. Dabei sind Chiptemp. von 100°C nicht wirklich hoch.
Bei schlechter Kühlung kann das thermische Derating noch deutlich höher werden und auch die Alterung der Chips infolge hoher Chiptemp. ist erheblich.
Deine Behauptung, die Helligkeit würde nicht mit der Temp. nachlassen, sondern wäre nur auf phys. Effekte im Halbleiter zurückzuführen, ist dann in Praxis tatsächlch vollig unsachlich!
Natürlich gibt es auch die Halbleitereffekte, nur ist hier eben genau in der Praxis das Derating durch Eigenerwärmung ganz klar der dominierende Effekt!
Deine Grafik oben hat eigentlich nix mit der Fragestellung zu tun, denn da ist nicht der Zusammenhang "Strom -Helligkeit" sondern "Leistung - Helligkeit" dargestellt.
Da du nicht die Quelle für die Daten angibst, kann ich diese Grafik aber nicht nachvollziehen.
Da haben aber noch ein paar weitere Parameter Einfluß (Flußspannung der LED, Leitungsverluste, Temp.)
Da z.B. die Flußspannung nach Datenblatt S.14 (links oben) zwischen 60mA und 120mA um ca. 5% zunimmt, macht das natürlich bei der Leistungsbetrachtung einiges aus,
weil da alle Parameter multiplikativ eingehen.
Gruß Helles Licht