Beiträge von Cossart

    Für High-Power Anwendungen (z.B: diese 98xLM301B Stripes) würde ich das Chinazeugs allerdings nicht verwenden.

    Unsinn.


    Angenommen, das Klebeband leitet die Wärme nur halb so gut wie angegeben, weiters angenommen, der 98xLM301B Streifen setzt die komplette zugeführte elektrische Leistung in Wärme und nicht einen Teil davon in Licht um, dann wird der Streifen bei 1,5 Ampere nur um 3 Grad wärmer als das Kühlprofil, auf dem er klebt.

    Der Grund für RGB Beleuchtung, speziell im Aquascape, sind aber auch naheliegend. Die ballern immer viel Licht in ihre Becken. Damit das halbwegs effizient ist können die schlecht High CRI LEDs nehmen, die einen Wirkungsgrad von 90lm/W oder weniger haben.


    RGB-LEDs haben noch weniger. Beispiele habe ich hier im Thread genannt.


    Die 4000-K-CRI-90-CMA1825 hier kommt im von mir gewählten Arbeitspunkt auf 137 lm/W, eine Samsung LM301B mit 5000 K/CRI 90 sogar auf 173 lm/W.

    Nix mache ich dann.


    Schönes Licht ist für mich ausgewogenes Licht, das keine Farbe einer anderen bevorzugt. Das ist eine rote Ludwigie unter 4000 K, CRI 93:



    Was soll ich da noch verstärken, bitte? Farbverstärkungen durch farbiges Licht sind maximal faule Tricks für Händlerbecken.

    Farbige LEDs werden doch nicht mit Lumen, sondern µMol/s verglichen?

    Nicht alle. Nur die Royalblauen, Photo- bzw. Hyperroten und die Far Reds.


    Die stinknormalen roten, grünen und blauen LEDs werden auch stinknormal in Lumen vermessen. Aber wenn du unbedingt willst: Bei 350 mA kommt die RGB-Star auf s∙a∙g∙e∙n∙h∙a∙f∙t∙e 1,50 µmol/J. Eine neutralweiße, CRI-90-L2C5-40901211E1900 schafft bei 700 mA schon 2,20 µmol/J.

    Selbst bei RGB-Star-Platinen wie dieser hier, wo die LEDs echt nach beieinander stehen, sieht man in den Schatten noch die einzelnen Farben.

    Da ich selber neugierig war, wie die RGB-Star sich schlägt, habe ich mal nachgerechnet. Leider steht nicht dabei, welche Binnings eingesetzt sind, ich habe daher (zugunsten LED-Tech :P) einfach mal das jeweils zweitbeste Binning aus dem Datenblatt rausgesucht, also P2 für rot, R2 für grün und K3 für blau. Bei 350 mA kommt die RGB-Star damit auf s∙a∙g∙e∙n∙h∙a∙f∙t∙e 73 Lumen pro Watt.

    Für die weißen LEDs dachte ich schon an Osram oder Samsung Mid Power, am liebsten in 6400k und 2700k, dazu drei blaue, zwei rote und evt eine grüne. Jedenfalls sowas in der Art.

    Wenn man auf farbige Schatten steht, kann man das natürlich so machen. Selbst bei RGB-Star-Platinen wie dieser hier, wo die LEDs echt nach beieinander stehen, sieht man in den Schatten noch die einzelnen Farben. Erst bei RGB-LEDs wird die Mischung homogen.

    RGB deshalb, weil damit die Farben im Becken besser angepasst werden können.

    Ok, verstanden. Dann hättest du aber auch formulieren können, daß es dir beim Licht mehr auf den Effekt als auf Schönheit ankommt. Mit deinem "schönen Licht" führst du die Leute auf die falsche Fährte.


    Zitat
    Und LEDs mit 90lm/W finde ich jetzt auch nicht gerade der Renner.

    Eine RGB-LED vom Schlage einer Cree CLV6A kommt gerade mal auf 50 Lumen pro Watt.

    Auf die Platine sollen weiße LEDs mit 6400k und RGB LEDs.


    Was wollen die Leute immer nur mit ihren RGB-LEDs? Mal abgesehen davon, daß die roten Chips sehr stark temperaturabhängig sind, bei 60 °C Sperrschichttemperatur machen sie nur noch drei Viertel Licht ihres 25-°C-Wertes, erreichen sie weder die Lichtausbeute, noch die photosynthetische Effizienz üblicher weißer LEDs auf Leuchtschichtbasis. Dazu ist der Farbwiedergabeindex reiner RGB-LEDs miserabel und erreicht kaum Werte über 50. RGB-Licht ist effekthascherisch, aber nicht schön.


    Schönes Licht dagegen machen bspw. die Optisolis von Nichia, die SunLike von Seoul oder die LEDs von YUJILEDS.

    Naja, die COBs sind toll, aber im Verlaufe des Threads ist mir aufgefallen, dass die nm zwischen 480-580 recht unwichtig sind. Die COBs haben in dem Bereich mir zu viel Intensität. Ich werde den Grünen Bereich mit 6 Einzel Leds abdecken und das reicht auch.

    Keine gute Idee. LEDs mit originär grünem Chip-Licht besitzen einen unterirdischen elektrischen Wirkungsgrad (abgegebene Strahlungsleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung) von unter 20 %. LEDs mit Leuchtstoff-konvertiertem (phosphor-converted-, pc-) Licht wie eine bspw. eine Luxeon LXML-PX02 sind besser, aber am einfachsten nimmst Du zum Auffüllen dieses Bereichs schlicht und ergreifend weiße LEDs.


    Zitat

    Damit du auch mal von meinem Wissen profitieren kannst. Ich habe 2 Leds 385nm von Nichia mit 500 ma und die Keimung hat sich um 2 Tage verkürzt.

    Naja, abgesehen davon, daß Chili (und Tomaten und Paprika) Dunkelkeimer sind und sich nicht von irgendeinem Licht beeindrucken lassen, weiters abgesehen davon, daß die Keiminduktion bei Lichtkeimern vom im roten Spektralbereich aktiven Phytochromsystem und nicht vom blauen Cryptochromsystem stimuliert wird, wirst du einen Zeitunterschied von 2 Tagen schon alleine dann haben, wenn du 10 Samen in die Erde steckst und auf deren Keimung wartest. Samen keimen nie alle gleichzeitig.


    Zitat

    Dazu noch eine weitere Frage, wenn man eine Weiße LED 3000k hat und die auf dem Spektraldiagramm bei Blau 460 50% Stärke hat und bei 630 100%. Sagen wir mal die LED verbraucht 3 Watt. Kann ich dann zur Berechnung des Verhältnisses von R zu B, Bei Rot 3 Watt zur Berechnung heranziehen und bei Blau 1,5 Watt ?

    Weder, noch. Zur Berechnung des Rot:Blau-Verhältnisses setzt man den Photonenfluß im Bereich 600…700 nm zu dem im Bereich 400…500 nm in Relation.

    Ich werde keine COBs verwenden,


    Warum das denn ?( ? Funktioniert mit COBs doch ganz wunderbar.


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    1. Welche LED verwendest du für 660 ?

    Verschiedene. Osram LH CP7P bspw. und Luxeon LXM3-PD01-0350.


    Zitat

    Ich habe die Osram, aber die haben das peak bei 655. Ist das schlimm ?

    Aufpassen: Osram gibt im Datenblatt eine Peak- und eine Dominantwellenlänge an. Die Peakwellenlänge ist die, bei der die LED tatsächlich die maximale Strahlungsleistung besitzt und die Dominantwellenlänge die, deren Farbeindruck sie beim Menschen hervorruft. Wegen der in diesem Wellenlängenbereich bereits stark abfallenden Augenempfindlichkeitskurve ist die LED nicht dort am hellsten, wo sie ihr Strahlungsleistungsmaximum hat. Spielt aber absolut keine Rolle. Erstens unterliegen die LEDs sowieso einer herstellungsbedingten Streuung (± 11 nm, siehe Datenblatt) und zweitens ist das der Pflanze egal, aber auch schon sowas von.


    Zitat

    Wenn man das Verhätlnis berechnen möchte, sagen wir mal B zu R 1:5. Verwendest du dann für Rot nur 660 oder addierst du noch die 615 / 630 / 660 / 680 Leds dazu ?
    Genauso bei Blau, ziehst du dafür nur 460nm heran oder addierst du noch die 446 und 470nm dazu ?

    Aus diesem Grunde fasst man bei Pflanzen (aber nicht bei Menschen!) die Spektralbereiche etwas weiter:
    Blau: 400…500 nm (manche Publikationen engen das auf 420…480 nm ein)
    Rot: 600…700 nm


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    Ich dachte, das 730nm die Blütezeit verlängern und somit die Chillis länger wachsen, größer werden und schärfer vom Geschmack.

    Über die Schärfe meiner Chili konnte ich mich noch nie beklagen. Im Gegenteil waren mal Jalapenos unter dem Licht einer Osram HCI-E/P 70W/942 NDL Metalldampflampe so scharf, daß ich mich gefragt habe, ob die mich ver*rschen wollen. Und ja, ich bin Schärfe durchaus gewohnt. Ok, das war 'ne Halogen-Metalldampflampe und keine LED, aber soweit sind die auch nicht auseinander.


    Zitat

    Auf meiner Lampe habe ich 2 LEDs die mit 500ma betrieben werden, somit insgesamt 2,4Watt Verbrauch.


    730 nm? Nimm sie raus. Deren Effekt ist gleich Null.

    Welcher der 2 Leds ist Intensiver im Bereich 580- 630 ?


    Du meinst, welche macht den höheren Photonenfluß?


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    Die Lumen kann man dafür leider nicht heranziehen.


    Du kriegst aber aus dem Datenblatt nix anderes als die Lumen und die relative spektrale Leistungsverteilung. Daraus kannst du dann aber auf die echte spektrale Leistungsverteilung zurückrechnen und über die (wellenlängenabhängige) Energie eines Photons schließlich auf den Photonenfluß.


    Rechne es dir halt selber aus.

    Mein Ziel ist es, dass die Pflanze 30% schneller wächst und 30% mehr Ertrag wirft, wie beim ChinaKracher.


    30 % gehen ja schon in der natürlichen Variabilität der Pflanzen und der Umgebungsbedingungen unter. Solange du keine Klone unter kontrollierten Bedingungen kultivierst, wirst du schlicht und ergreifend gar nix feststellen.


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    Ich habe es nicht berechnet, aber sollte ich 2x 5000k Seoul Sunlike mit 4x 3000k Seoul Sunlike verwenden, müsste der Blaue Bereich gut abgedeckt sein.


    Kurz nachgerechnet: Das macht dann 9,7 % Blauanteil im Bereich 420...480 nm. Immer noch zu wenig, IMHO.


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    Schöne Tomaten und das hast du mit dem Spektrum von oben geschafft ?


    Ja. Das Zimmer hat nur ein Nordfenster, da kommt so gut wie kein natürliches Licht rein.

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    ich sehe an der Wand noch den gelbstreifen, aber in dem Spektraldiagramm von deiner Lampe ist nur B und R.


    Na, dann guck doch bitte einfach nochmal genauer hin. Das Diagramm fällt zwischen Blau und Rot eben nicht auf Null. Zwei Gründe, warum du gelbe Streifen siehst:

    • Das menschliche Auge (und der auf die menschliche Augenempfindlichkeitskurve abgestimmte Sensor der Kamera) ist bei Gelb rund 24-mal empfindlicher ist als bei Royalblau mit 450 nm und noch 15-mal empfindlicher als bei Hyperrot mit 660 nm, sieht man auf dem Bild meine verwendeten weißen LEDs als gelbe Streifen. Photometrie kann so einfach sein, wenn man sie versteht...
    • Die LEDs sind diskret linear auf dem Kühlkörper montiert. Sieht man ja. Und weil wegen der diskreten Anordnung die LEDs von den Pflanzen auch selektiv abgeschattet werden, ergibt das verschiedenfarbige Schatten.


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    Wie hoch ist dein Gelbanteil im Vergleich zur Rot 660 ?


    17 %, auf den Photonenfluß bezogen.

    Zitat

    Damit habe ich was neues gelernt, ich dachte die 730 werden benötigt um Chlorophyll F zu produzieren.


    Was willst du jetzt mit Chlorophyll-f, bitte? Das gibt es bei photosynthesetreibenden Bakterien, aber nicht bei höheren Pflanzen.

    Danke, hab mit Bildersuche und Suchbegriff "Phytochrome P730 Spektrum" was gefunden.


    Ich in meinen Daten auch:



    Blau ist das Wirkspektrum der Konversion Pr → Pfr, orange das der Rückkonversion Pfr → Pr. Die Ecken und Kanten und Unstetigkeitsstellen sind schon in den Originaldaten so enthalten.


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    Da kommt tagsüber mehr als genug an und nachts ist die Umwandlung ohnehin in 3 Stunden fertig.


    Die Konversionsrichtung Pr ↔ Pfr hängt vom Verhältnis 660 nm:730 nm ab; liegt das auf Seiten 660 nm, überwiegt die Hinkonversion und umgekehrt. Irgendwo in meinen schlauen Papers habe ich auch mal Werte entdeckt, jetzt aber auf die Schnelle nicht gefunden. Tagsüber kannst Du Dir das 730-nm-Licht sparen, das bringt nix. Du brauchst es, um die Pflanzen am Ende der Beleuchtungsperiode gezielt zu beeinflussen ("End of Day response"). Damit kann man beispielsweise Kurztagblüher gezielt zum Blühen bewegen. Umgekehrt kann man Langtagblühern durch eine kurze Periode weißen und 660-nm-Lichts während der Nacht einen längeren Tag vorgaukeln, ohne daß man die energieintensive Beleuchtungsperiode verlängern muss. Auch hier reicht eine sehr geringe Intensität von Vollmondlichtstärke.


    Für uns uninteressant. Tomaten blühen tagneutral, Dröhntannen meines Wissens auch [Blockierte Grafik: https://www.deguoren.org/Smileys/joint.gif]…