Beiträge von Gyro G.

    schön schön, sieht sehr interessant aus. Ist aber auch kein Schnäppchen.
    Wie würdest du es bewerten? Stehen da eher Ergebnisse aus aktuellen Projekten drin was möglich ist oder auch Details, wie es mögich ist?

    Sehr interessant, danke Cossart. das letzte, aktuellste Paper kann man sich einfach runterladen. Da stehen praktischerweise auch gleich die anderen beiden erwähnten Spektren drin, die verblüffend ähnlich sind.
    Im gelb-grünlichen Bereich scheint es einen signifikanten Beitrag zur Photosynthese zu geben, das bestätigt zumindest, dass weiße LEDs durchaus auch Effekte bewirken.
    Zum International Symposium on Light in Horticulture: wo wäre denn der Band erhältlich, sollte es einen geben?



    @ jn1480: Hier ist das Spektrum des Moduls:
    [Blockierte Grafik: http://www.afro-community.de/pics/spec.jpg]

    Ich bin kein Experte, aber meiner Meinung nach hätte mehr weiß nicht geschadet. Cossart ist da z.B. aber vermutlich anderer Meinung.
    wenn ich mich recht erinnere hat Hombre vorher ein paar Versuche mit unterschiedlichen Modulen an Chilis gemacht, bevor er sich für dieses entschieden hat. Ich weiß aber nicht mehr wo..

    mag sein, dass Philips spezielle rot-blau Spektren für bestimmte Pflanzenarten zusammengestellt hat. Wie du schon am Beispiel vom Salat zeigst, gibt es bestimmt für jede Pflanzenart ein Spektrum, mit dem sich die höchsten Erträge erzielen lassen.
    Um das herauszufinden braucht man aber etliche Versuchsreihen, Ressourcen und Zeit. Alles Faktoren die eine Firma wie Philips bereitstellen kann, das glaube ich schon auch.


    Wenn man aber wie wir hier diese erforschten Spektren nicht hat und unter realistischem Aufwand auch nicht bekommen kann, müssen wir uns mit einem "universellen" Spektrum begünügen, das aus vielen verschiedenen Arten gewonnen wurde, so wie beispielsweise das von Tazwa. Und das besteht eben nicht nur aus rot und blau.
    In deinem Tomatenthread hast du ja auch jede Menge weiße LEDs eingesetzt die viel Licht im Bereich von 500-600nm erzeugen. Welche akzessorischen Pigmente wolltest du damit dann erreichen?


    Ich denke eben, wenn man der Pflanze alle Spektralanteile anteilig genau so liefert, wie sie sie aufnehmen kann, erzielt man das Maximum und einen gesunden Wuchs.

    Eine LED Kombination aus einzelnen Wellenlängen ist einer weißen LED im Bezug auf Strahlungsleistung natürlich überlegen. Allein schon deswegen, weil das rote Licht direkt von einem anderen Halbleiter erzeugt wird, anstatt, wie bei einer weißen, erst mit einem Farbstoff in einen anderen Wellenlängenbereich transformiert werden muss.


    Ich dachte aber dass es um weiße LEDs geht, für mich macht der Begriff CRI im Zusammenhang mit roten oder blauen LEDs keinen Sinn. Bei einem Vergleich zu einer kaltweißen LED, die mehr Strahlungsleistung pro Watt erzielt, schneidet aber die Osram LED mit einem Bewertungsverfahren, das die Korrelation mit dem Photosynthesespektrum aller Wellenlängen berücksichtigt, m.M.n. trotzdem besser ab.


    Prinzipiell ist das Bewertungsverfahren, die V(Lambda) Kurve durch die Photosyntheseabsorbtionsspektren zu ersetzten ja ein gangbarer Weg, ich finde aber da fehlt noch eine Bewertung der Korrelation aller Wellenlängen.
    Ein Beispiel: nach deiner Bewertung müsste eine Pflanzenlampe aus 100% blau 450nm die besten Werte liefern,v.A. auch unter Berücksichtigung der Effizienz. Versuche haben aber gezeigt, dass dem nicht so ist, weil einfach die anderen Wellenlängen fehlen und mit berücksichtigt werden müssen.
    Als nächster Schritt wäre ein Spektrum aus blau und rot zu bewerten, das erzielt, wie du oben gezeigt hast nach deiner Bewertung auch sehr gute Werte. Unter Berücksichtigung aller Wellenlängen sieht es aber schon wieder anders aus, weil immernoch viele Bereiche fehlen. Vielleicht eine Erklärung warum die NASA in ihren Experimenten auch grüne LEDs mit dazumischt oder viele hier im Forum gerade auch mit weißem Licht bessere Ergebnisse erzielt haben als unter rot/blau alleine (siehe Pflanzenwachstum unter LED-Licht)


    Ich bin noch auf der Suche nach einer mathematischen Methode um die Gewichtung so anzupassen, dass alle Wellenlängen beider zu gewichtenden Spektren berücksichtigt werden. Das könnte dann in etwa so aussehen:



    Die Gewichtung berücksichtigt die gesamte Energie beider Spektren. Summiert man daraus die Übereinstimmung, kommt die Oslon auf knapp 60%, da kommt man mit kaltweißen LEDs oder Rot/Blau Kombinationen nicht mal annähernd hin.


    Die Effizienz der Osram liegt nach meiner Rechnung auch bei 19,35%, das ist im ersten Blick erstmal nicht so viel, ja. Aber eine so gute Übereinstimmung beim Gesamtspektrum musst du mit einer LED Kombination erstmal hinbekommen.

    Bei mir gibts jetzt eine neue Generation Kräuter:


    Die Chili lebt auch noch, ich muss sie aber alle paar Tage abspülen weil sie von penetranten Blattläusen heimgesucht wird.. Wenn sie nicht mehr so räudig aussieht mach ich davon auch mal wieder ein Foto

    Nein, der CRI hat keinerlei Einfluß. Im Hinblick auf die rot-blauen Wachstumsleuchten könnte man auch schreiben: Je schlechter der CRI, desto besser das Wachstum!


    Da bin ich anderer Meinung. Gerade die LEDs mit sehr hohem CRI haben ihre Peak Wellenlänge im roten oft nahe bei 650nm und ein hohes rot zu blau Verhältnis.
    Wenn man z.B. das Spektrum der OSRAM Oslon SSL 80 neutral-weiss CRI 95 mit dem Absorbtionsspektrum nach Tazwa gewichtet, kommen sehr gute Werte dabei raus.


    Küchenkräuter sind eine sehr gute Idee für die nächste Runde, finde ich auch.
    Bin da auch schon einige Zeit dabei. Es bereichert das Kochen sehr, zu jeder Jahreszeit frische Kräuter parat zu haben.



    Einige Kräuter profitieren stark von dem LED-Licht, Basilikum z.B. wächst wesentlich schneller als auf der Fensterbank oder draussen und die Blätter werden deutlich größer.
    Auch Blattkoriander und Stevia sind sehr einfach zu halten und man hat sehr schnell Erfolg.


    Thymian und Oregano sind auch dankbare Kandidaten zum Experimentieren.


    Schwieriger fand ich bis jetzt Rosmarien und Petersilie, Peterssilie darf nicht zu trocken oder zu feucht sein, ist also recht pflegeintensiv. Und Rosmarien wuchs bis jetzt draußen immer irgendwie kräftiger und hatte mehr Aroma.


    Ich bin auch dafür, den Contest wieder offener zu halten, so ergeben sich einfach mehr Ideen und Varianten. Einen strengen wissenschaftlichen Vergleich kann man sowieso nur in einer Umgebung durchführen und da bräuchte jeder dann zwei identische Aufbauten von denen sich nur ein Parameter unterscheidet.
    Als nächsten Versuch habe ich z.B. schon länger geplant, eine UV-LED mit aufzunehmen, um deren Wirkung auf Wuchs und Aroma der Kräuter zu untersuchen.
    Eine Box, sei sie aus Holz oder sonstigem finde ich jetzt auch weniger attraktiv, ein leuchtendes Häuschen macht sich doch deutlich besser in der Wohnung. Und wenn Besuch kommt findet er es immer recht interessant ;)
    Wenn es nicht direkt am Fenster steht spielt das Sonnenlich eh eine eher untergeordnete Rolle..

    Nach längerer Zeit mal wieder ein Update:
    Man erkennt nun deutlich die Unterschiede beider Varianten.
    Die LED-Variante trägt ordentlich Früchte, während die Fenstervariante immernoch in der Blühphase zu sein scheint.
    Dafür hat die Fenstervariante deutlich mehr Grünmasse produziert.




    So, es hat sich wieder was getan, diesmal leider nicht viel positives. Der LED Chili hat, seit das neue Modul eingebaut ist, erstmal viele Blätter abgeworfen.
    Dem anderen Chili, der seit einiger Zeit nur noch das Sonnelich am Fenster geniesst wächst gut.
    Die ersten 3 Bilder sind ca. 1 Woche alt:





    Heute sieht das ganze schon etwas besser aus. Der LED Chili hat nochmal einige Blüten produziert, bald dürften die ersten Schotten kommen. Trotzdem bleiben die Blätter ungewöhnlich klein.
    Der Fenster-Chili hat vom sonnigen Wetter stark profitiert, bildet aber lieber Grünmasse anstatt Blüten. Das LED-Licht scheint auf Ertrag getrimmt zu sein :)


    Das neue Modul macht was her, besten Dank an dieser Stelle.
    Das Indoor Chili Bäumchen wird jetzt geformt, dabei habe ich mich wie man sieht laienhaft bei einer Bonsai-Technik bedient. Später dienen die Drähte als Stütze für die vielen Früchte ;)
    Bei der zweiten Pflanze ist jetzt auch die erste Blüte aufgegangen.
    Die war es wert dann gleich ein wenig in Szene gesetzt zu werden.






    Unabhängig von euch habe ich bei meiner Pflanzenleuchte dieselben LEDs mit ganz ähnlicher Kombination verwendet.
    Nur mehr Tiefrot und anstatt amber Infrarot.
    Habe aber schon länger den Verdacht, dass meines zu rotlastig ist, weil die Pflanzen sich nach einiger Zeit doch sehr strecken..
    Bin sehr gespannt wie der Chili da drauf reagiert

    Ich versteh es nicht, jetzt strecken sich beide Pflanzen wieder in die Länge, obwohl die Bedingungen absolut gleich geblieben sind.
    Egal, beide bilden jetzt Knospen aus.
    An der Indoor-Chili habe ich 12 Blütenansätze gezählt, wenn das alles Chilis werden hat sie einiges zu tragen..