Beiträge von Tex

    Zitat

    bei blankem Aluminium kommst du aber mit einem billigen nicht weit


    ???


    Was genau meinst Du? Ein Infrarothemometer funktioniert auf blankem Metall prinzipbedingt nicht sonderlich genau. Da muss man immer mit etwas Farbe nachhelfen. Das ist völlig unabhängig vom Preis. :D

    D.h. welche Temperatur misst Du?


    Grenzwertig kann ziemlich grenzwertig sein. ;)


    60°C wäre wohl schon vom Gefühl her "grenzwertig", nicht aber für die LEDs. :P


    Edit:
    "Gerade noch anfassbar" deutet eher auf eine noch gut verträgliche Temperatur für die LEDs hin, je nach Wärmeemfindlichkeit zwischen 60 und 70°. Bei 80° hat man meist schon das Gefühl, "sich die Finger zu verbrennen". Ein preiswertes Infarrotthermometer ist da hilfreich.

    Hallo, u-meierlein!


    Deine Frage ist etwas zu allgemein gestellt, um sie eindeutig beantworten zu können. Hier mal ein Versuch:


    Zunächst wäre die erste Überlegung: wo werden diese Lampen eingesetzt? In Bereichen wie Keller und Flur spielt die Lichtqualität eine untergeordnete Rolle. Da kann man durchaus Lidl-, Aldi- oder ebay-Angebote einsetzen. Da kannst Du aber trotzdem "auf die Nase fallen", da speziell bei ebay meist Phantasiewerte was Lichtstrom und Lebensdauer betrifft (aber auch bei den Discountern bezüglich Lebensdauer) angegeben werden. Was bringt es Dir, 5€ beim Kauf einer Lampe zu sparen, wenn sie bereits nach 2000 Stunden statt der angegebenen 20000 Stunden komplett ausfällt?


    Grundsätzlich abzuraten ist von Retrofits, die mit vielen SMD-LEDs - oder noch schlimmer - mit vielen 5mm-LEDs aufgebaut sind. Dabei handelt es sich grundsätzlich um Schrott und eine Technik, die schon seit gut 5 Jahren nicht mehr verwendet werden sollte.


    Speziell in Wohnbereichen sollte man auf eine möglichst gute Farbwiedergabe achten. Der Farbwiedergabeindex sollte mindesten bei einem CRI von 80 liegen. Sollte bei einem Angebot der Farbwiedergabeindex garnicht angegeben sein, heißt das: Finger weg!


    Der nächste Punkt ist der Sockel. Üblich sind GU5,3 (12 V), GU10, E14 und E27. Für diese Sockel gibt es inzwischen recht gute Retrofits. Allerdings gilt: je kleiner der Sockel, desto ineffizienter sind die Lampen. Der Hintergrund ist ganz einfach: innerhalb des Retrofits ist eine KSQ eingebaut, die die zugeführte Versorgungsspannung in einen für die LEDs benötigten konstanten Strom umwandeln muss. Das erzeugt zusätzlich zu der von den LEDs umgesetzten Leistung Wärme, die über das Gehäuse abgeführt werden muss.


    Die ungünstigste Bilanz wird bei GU5,3 erreicht. Die Lampen sind so klein, dass die maximal mögliche Leistung sehr begrenzt ist. Hier ist eine Effizienz von 50 lm/W kaum zu überschreiten. Zusätzlich tritt hierbei das Problem auf, dass LED-Retrofits möglicherweise nicht mit dem vorhandenen 12V-Netzteil kompatibel sind. Das kann sich so auswirken, dass das Netzteil nicht die erforderliche Mindestlast erreicht und die LEDs nicht gleichmäßig leuchten oder der Einschaltstrom der Retrofits das Netzteil in die Strombegrenzung zwingt, was ein regelmäßiges Aufblitzen der LEDs bewirkt. Ein Austausch ist also Glückssache.


    GU10-Leuchtmittel sehen hier schon besser aus, Kompatibilitätsproblem können nicht auftreten, da sie ja direkt an 230V betrieben werden. Allerdings begrenzt auch hier die Größe die Effizienz. Die meisten Leuchtmittel liegen zwischen 55 und 65 lm/W. Rühmliche Ausnahme ist der Philips CorePro LED Spot GU10 4.5W mit 95 lm/W, hier tut sich also was.


    Für E14-Sockel gelten im Prinzip aufgrund der Größe die gleichen Überlegungen, wie bei GU10.


    Bei E27-Sockeln sieht das Ganze schon etwas günstiger aus. Hier liegt die Effizienz zwischen 75 und nahezu 90 lm/W.


    Was die Wahl zwischen No-Name-Billig-Produkten und Markenware betrifft: da hat sich im letzten Jahr einiges getan. Für echte Qualitätsware bezahlst Du inzwischen auch nur noch ca. 10 bis 12 €, also etwa das doppelte im Vergleich zu erwiesenermaßen minderwertiger Chinaware.


    Empfehlenswert sind (meiner Erfahrung nach) Produkte von Toshiba, Samsung, Philips und Osram. Alle vier Hersteller habe ich inzwischen ausprobiert und bin sehr zufrieden damit. (Teilweise seit über 2 Jahren)


    Mein Tipp: lass die Finger von ebay & Co.

    Hallo, Cossart!


    Da hast Du meinen letzten Post falsch verstanden. Ich wollte damit in keinster Weise ausdrücken, dass Du nicht löten kannst. Wie käme ich auch dazu, sowas zu behaupten?
    Sollte das wirklich so rübergekommen sein: Sorry!! So war´s wirklich nicht gemeint.


    Wie schon gesagt, die Verwendung von Haltern ist eben Geschmackssache. Ich persönlich halte Sie für überflüssig. Selbst wenn so eine Leuchte 10 Stunden am Tag an ist, ist eine Lebensdauer von mindestens 13 Jahren zu erwarten.


    Sollte tatsächlich mal ein Modul defekt sein, lässt sich auch ein geklebtes Modul leicht wieder entfernen. Dazu reicht ein Skalpell und ein kleiner Hammer: Schneide des Skalpells an einer Kante ansetzten und einen leichten Schlag mit dem Hammer auf die Klinge. Zumindest auf eloxierten Oberflächen funktioniert das sehr gut, da haftet Arctic Silver nämlich gar nicht so gut, wie oft behauptet wird. Mit COB-Modulen hab ich das noch nicht ausprobiert, bei Leistungs-LEDs und Star-Platinen hatte ich da aber noch nie Probleme. Das hab ich schon das Eine oder Andere mal gemacht, um die Kühlkörper zu retten und veraltete LEDs zu entsorgen.


    Gruß
    Tex

    @ Cossart


    Das ist jetzt wirklich Geschmackssache.


    Eine Klemmbefestigung, die erheblich größer als das COB-Modul ist, soll schöner und einfacher sein?


    Na ja, eben Geschmackssache....


    Mein Ding ist das nicht.


    No Offence meant!
    Löterei geht auch ohne Gefummel, Wärmeleitkleber auch. ;)


    Übung macht den Meister.

    Du meinst sicher diese Elemente:



    Ich hatte sie mir mal probehalber bestellt, werde sie aber wohl niemals anwenden. Einfach zu klobig, speziell was die Verbindung (Klemmanschluss) betrifft. Ich werde wohl eher bei der Montage per ArcticSilver und Lötverbindung bleiben. Das ist einfach professioneller.


    Das ist aber sicherlich auch eher Geschmackssache.

    Zitat

    Können Sie ein Konto im Ali registrieren, dann wählen die Ware, in den Warenkorb legen, zuletzt zahlen Sie.


    Naja, das sagt ja wohl alles.


    Wer dort bestellt macht sich schlicht und einfach strafbar. Wem das nicht gefällt kann jederzeit auswandern; vielleicht nach China??? :P

    Danke für die Blumen. ;)


    Bezüglich der Kühlkörper kannst Du Dich auf meine Angaben verlassen, das sind echte Messwerte (Infrarotthermometer +/- 0,5°C).


    Zitat

    Hast Du den Graniteffektlack noch mit einer Klarlackschicht überzogen?


    Teils, teils. Der Lack ist nach 48 Stunden Aushärtezeit bombenfest. Die Oberfläche entspricht dann aber wirklich einem Granitstein und ist etwas rauh. Bei der Beistellleuchte hab ich es dabei belassen. Dabei (wie bei allen anderen Projekten auch) kam es mir auf eine eine möglichst minimalistische Umsetzung an. Hauptkosten sind hier COB, Kühlkörper und KSQ (was ja auch schon mehr als genug ist).


    Bei anderen Projekten hab ich den Sockel noch mit Diamant-Effekt-Spray bzw. Metallic-Lack überzogen. Beides ist ein Klarlack mit integrierten Metall-Partikeln, die das Licht entsprechend reflektieren. Neben dem optischen Effekt bewirkt der anteilige Klarlack eine Glättung der Oberfläche. Wichtig ist bei der Verarbeitung nur die Aushärtezeit von ca. 48 Stunden je Schicht; da muss man einfach etwas Geduld aufbringen.


    Es müssen übrigens nicht unbedingt Nichia-Module sein. Die gleichen Überlegungen gelten auch für Bridgelux und Edilines III und IV.

    Teil 2.
    Abschließend noch ein paar Anwendungsbeispiele:


    1. Beistellleuchte:

    Als Leuchtenkopf dient ein Kühlkörper SK572 25 SA. In diesen werden zunächst 2 Löcher mit 10 mm Durchmesser gebohrt:

    In diese Löcher habe ich zwei 28 cm lange Abschnitte eines eloxierten Alurohrs mit 1 cm Durchmesser mit UHU Plus endfest 300 eingeklebt.


    Der Sockel besteht aus einer MDF-Platte mit den Abmessungen 15 x 11 x 1,9 cm und vier passend zurechgesägten Fichtenholzbrettern mit einer Höhe von 5 cm und 5mm Stärke. Diese habe ich mit der MDF-Platte einfach mit Ponal verklebt. Vor dem Verkleben habe ich noch 2 Löcher mit 10 mm Durchmesser passend für die Alurohre gebohrt.
    Den Sockel habe ich dann nach Nacharbeiten der Oberfläche mit grauem Graniteffektlack lackiert. Diesen Lack verwende ich sehr gerne. Zum Einen sieht er gut aus, zum Anderen verdeckt er leichte Oberflächenfehler wie Kretzer etc. Man muss die Oberflächen also nicht zu penibel bearbeiten. :) Den Lack erhält man z.B. im Hellweg-Baumarkt in den Farben weiss, grau und schwarz.


    In die spätere Rückseite wird noch ein Loch mit 6 mm Durchmesser als Kabeldurchführung gebohrt und dann die Alurohre mit dem Sockel verklebt. Jetzt wird das vorverzinnte COB-Modul vom Typ NSBWL121A auf den Kühlkörper geklebt (Arctic Silver), 2 Kabel durch die Rohre gelegt und mit dem COB-Modul verlötet.


    Als KSQ habe ich eine APC-12-350 verwendet. Die KSQ wird mit der MDF-Platte verschraubt, das Netzkabel durch das Loch an der Rückseite des Sockels geführt und alles verdrahtet:


    Als Netzleitung habe ich ein fertig konfektioniertes 2-adriges Kabel mit Schnurzwischenschalter aus dem Baumarkt verwendet. Über das Kabelende habe ich vor dem Einführen noch ein etwa 5 cm langes Stück weissen Schrumpfschlauch geschrumpft. Dies dient als Knickschutz des Kabels am Sockel. Nach einem Funktionstest habe ich den Sockel einfach komplett mit Heißkleber vergossen, dabei aber die Oberseite der KSQ freigelassen. Zum Einen wird der Sockel dadurch schwerer und damit standfester, zum Anderen ist die komplette Verkabelung dadurch vollständig isoliert.


    Abschließend habe ich auf den Kühlkörper noch einen Rohrabschnitt aus SatinIce mit einem Durchmesser von 7 cm und 10 cm Länge (versandkostenfreies Muster von Evonik :D ) geklebt. Von anderen Projekten hatte ich noch eine SatinIce-Bodenscheibe mit 9 cm Durchmesser übrig. Diese habe ich auf das SatinIce-Rohr geklebt.


    Im Dauerbetrieb erreicht der Kühlkörper eine Temperatur von 44°C. Der Nennlichtstrom von 1512 Lumen reduziert sich durch die Temperatur auf ca. 1450 Lumen. Das SatinIce schluckt weitere 17% Licht. Daraus ergibt sich ein effektiver Lichtstrom von ca. 1200 Lumen. Die Leistungsaufnahme beträgt gemessene 12 W, woraus sich eine Systemeffizienz von 100 lm/W ergibt.


    2. Tischleuchte:

    Auch hier dient ein Kühlkörper SK572 25 SA als Leuchtenkopf und ein COB-Modul Typ NSBWL121A als Lichtquelle, dieses aber hier in der Version mit einem CRI>90.
    Stromquelle ist eine Steckernetzteil-KSQ Typ ELP10X1PS von EagleRise. Im Gegesatz zu den meisten anderen KSQs darf diese sekundär geschaltet werden, weshalb ich auch bei dieser Leuchte einen Schnurzwischenschalter verwenden konnte.


    Der Sockel der Leuchte besteht aus 2 miteinander verklebten MDF-Platten mit einer Stärke von 19 mm und einer Kantenlänge von 15 cm. Die Verbindung zwischen Sockel und Leuchtenkopf wird durch ein Flachprofil aus eloxiertem Aluminium mit den Maßen 80 cm x 20 mm x 5 mm, bei dem ein Ende mit einer Länge von 15 cm auf einen Winkel von 100° abgebogen wurde.


    Sockel und Flachprofil sind mit schwarzem Graniteffektlack lackiert.


    Auf das aufgeklebte und fertig verdrahtete COB-Modul habe ich einen "Ledil Reflektor 22.6mm für Citizen CL230 Wide, 61°" geklebt, als Blendschutz dient ein Rohrsegment mit einer Höhe von 2 cm, einem Außendurchmesser von 5 cm und einer Wandstärke von 5 mm.


    Die Leitungsführung zwischen Sockel und Leuchtenkopf erfolgt über selbstklebendes Kupferband, das nach dem Lackieren nicht mehr zu sehen ist.
    Der fertig montierte Leuchtenkopf (noch ohne Reflektor) sieht dann so aus:


    Am unteren Ende des Flachprofils habe ich das an die Kupferstreifen gelötete Kabel mit UHU Plus schnellfest vergossen und dadurch sicher fixiert:

    In obigem Foto ist das Kabel bereits mit Malerkrepp abgeklebt, da der Bereich ja noch nachlackiert werden muss.


    Der Kühlkörper erreicht im Dauerbetrieb eine Temperatur von 45°C, die Leistungsaufnahme beträgt 12 W bei einem Lichtstrom von etwa 1200 Lumen. Im Zentrum des Lichtkegels habe ich eine Beleuchtungsstärke von 2800 lux gemessen, 40 cm vom Zentrum entfernt sind es noch 1000 lux.


    3. Deckenfluter:

    Der Leuchtenkopf besteht aus einem Kühlkörper SK584 25 SA, einem COB-Modul vom Typ NSCWJ216A und einem Rohrsegment als Blendschutz wie bei der Tischleuchte.


    Der Sockel besteht aus 3 miteinander verklebten MDF-Platten mit einer Stärke von 19 mm und einer Kantenlänge von 30 cm. Sockel und Leuchtenkopf werden durch ein Alurohr mit 15 mm Durchmesser verbunden. Im Sockel wird mittig ein durchgehendes Loch mit 15 mm Durchmesser gebohrt, in den Kühlkörper entsprechend mittig ein Loch mit einer Tiefe von etwa 15 mm, also nicht durchgehend.


    Am oberen Ende des Rohrs wird seitlich etwa 2 cm vom Rohrende entfernt ein 5mm-Loch gebohrt. Durch dieses Loch wird das Kabel innerhalb des Rohrs zur Unterseite des Sockels geführt. In die Unterseite des Sockels habe ich eine Nut gefräst, in die das Kabel eingeklebt wird und zu einer Seite des Sockels geführt wird.


    Als KSQ dient eine LPC-35-700. Diese habe ich einfach auf eine Seite des Sockels geschraubt und dort verkabelt. Die Netzzuleitung habe ich mit 2 Kabelschellen fixiert. Anschließend habe ich ein Stück passend zugeschnittenes Alu-Lochblech U-förmig gebogen, über die Seite mit der KSQ geschoben und an Ober- und Unterseite des Sockels verschraubt. Sockel und Lochblech sind mit schwarzem Graniteffektlack lackiert.


    Die Leistungsaufnahme der Leuchte beträgt 28,5 W bei einem Lichtstrom von ca. 3200 Lumen, die Systemeffizienz beträgt damit 112 lm/W.


    In das Rohrsegment am Leuchtenkopf passt ein Endlightenstab mit 4 cm Durchmesser. Auch hier bietet sich wieder ein versandkostenfreies Muster von Evonik mit einer Länge von 10 cm an. Vor der Verwendung müssen die Schnittkanten des Stabs natürlich poliert werden.


    Durch den Endlightenstab wird ein Teil des Lichts seitlich abgestrahlt. Im Betrieb sieht dies richtig edel aus:



    Wie man an diesen Beispielen sieht, reduziert sich der Arbeitsaufwand bei der Konstruktion selbstgebauter Leuchten durch den Einsatz der COB-Module erheblich. Die Farbwiedergabe der Module ist hervorragend bei gleichzeitig relativ hoher Effizienz.

    Zitat

    Mit einer Mischung aus 2 x warmweiß und 1x neutralweiße LED habe ich eine sehr angenehme und neutrale Lichtfarbe.


    Sowohl "angenehm" als auch besonders "neutral" sind doch wohl Attribute, die speziell auf Dich zutreffen. Der Rest der Welt wird da wohl eine andere Meinung haben. :)

    Vor etwa einem halben Jahr hat Nichia einige neue COB-Module auf den Markt gebracht, die die bis dahin scheinbar unvereinbaren Parameter Effizienz, Farbwiedergabe und Preis endlich unter einen Hut gebracht haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich praktisch nur mit der 757er-Serie von Nichia gearbeitet, die ein optimales Preis-Leistungs-Qualitäts-Merkmal hatten. Da es sich hierbei um Mid-Power-LEDs handelt, war der Arbeitsaufwand immens. Nicht selten hatte ich für eine Leuchte 128 LEDs verarbeitet; bei 2 Lötstellen je SMD-LED kann sich wohl jeder vorstellen, was das für ein Arbeitsaufwand war.


    Bei den COB-Modulen reduziert sich der Aufwand auf 2 Lötstellen je Modul, die zudem auch noch viel einfacher auszuführen sind. Abstriche muss man bei der Effizienz machen, trotzdem sind 120 lm/W locker erreichbar. Folglich habe ich einige Projekte mit diesen COB-Modulen aufgebaut.


    Bisher habe ich 8 Module verbaut und möchte hier einfach meine Erfahrungen weitergeben. Teile davon wie z.B. das Verlöten lassen sich durchaus auch auf Module anderer Hersteller übertragen.


    Die COB-Module enthalten - je nach Typ - zwischen 36 und 216 LEDs auf einem Keramikträger. Für uns "Bastler" sind dabei die Versionen NSBxL121A (121 LEDs) und NSCxJ216A (216 LEDs) am interessantesten. Bei diesen beiden Serien entspricht der Nennstrom weitestgehend dem erhältlicher KSQs.


    Die Module bestehen aus einem Keramikträger und den darauf kreisförmig platzierten LED-Chips:



    Dass bei diesen Modulen eine ausreichende Wärmeabfuhr erforderlich ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Eine Effizienz von ca. 120 lm/W entspricht einem elektrischen Wirkungsgrad von etwas über 30%. Der Rest muss an die Umgebungsluft abgegeben werden.


    Erste Wahl für mich waren bisher die Kühlkörper SK 572 SA 25 und SK 584 SA 25 mit einem Wärmewiderstand von 1,4 bis 1,8 K/W. Je nach Anwendung habe sich beide Typen bewährt.


    Der Keramikträger der Module hat einen sehr niedrigen Wärmewiderstand. Einmal auf dem jeweiligen Kühlkörper montiert, ist ein normaler Lötvorgang kaum noch durchführbar. Die Wärmeenergie des Lötkolbens wird schlicht und einfach viel zu schnell an den Kühlkörper abgeleitet.


    Deshalb müssen sowohl die Lötstellen des COB-Moduls als auch das verwendete Kabel entsprechend vorbereitet werden:


    Ich verwende bleihaltiges Lot. Auch wenn dieses für industrielle Zwecke nicht mehr zugelassen ist: für Privatanwender hat es dennoch 2 Vorteile:
    1. Die Schmelztemperatur liegt niedriger.
    2. Eine Lötstelle mit bleihaltigem Lot glänzt nach entsprechender Reinigung, eine bleilose wirkt matt und kann damit von der Qualität der Lötstelle her optisch nicht beurteilt werden.


    Zurück zur Vorbereitung:
    Das Modul hat vergoldete Anschlüsse; für Kontaktfedern optimal, zum Löten eher nicht. Folglich muss das Gold erst entfernt werden; beim Verlöten einer vergoldeten Lötstelle diffundiert das Gold in die Lötstelle und mattiert diese. Eine Beurteilung der Lötstelle wird dadurch erschwert. Das Prinzip ist simpel: zunächst wird etwas Lötzinn aufgeschmolzen; die entstehende Lötstelle ist eher matt:



    Nun wird das aufgetragene Lötzinn mit Entlötlitze entfernt (und damit auch das Gold) und erneut Lötzinn aufgetragen. Zwischendurch wird die Lötstelle mit Isopropanol oder Ethanol gereinigt. Ergebnis:


    Wir haben jetzt optimale Lötflächen, auf die wir etwas Lötzinn auftragen.


    Das COB-Modul ist damit vorbereitet. Den Anschlussdraht bereiten wir ebenfalls durch Verzinnen vor:


    Die bisherigen Schritte werden durch Einsatz von Flussmittel erheblich vereinfacht.


    Das COB-Modul wird mit ArcticSilver auf den Kühlkörper geklebt.


    An der Lötstelle sowie am verzinnten Draht wird erneut etwas Flussmittel aufgetragen. Die Lötstation (hier: Weller WHS 40D) wird auf 420°C gestellt. Zum Verlöten des Kabels mit dem COB-Modul wird die Lötspitze am feuchten Schwamm gereinigt, mit einem kleinen Tropfen Lötzinn als Wärmebrücke versehen und bei gleichzeitigem Auflegen von Anschlussdraht und Lötspitze die Lötstelle hergestellt. Ergebnis:



    Es handelt sich hier um ein Foto mit Blitzbelichtung. Die scheinbar kupferfarbene Verfärbung entspricht real einer glänzenden Zinnoberfläche. Hier noch ein Foto eines verdrahteten 216er-Moduls:

    Per Definition hast Du da selbstverständlich recht.


    Mir ging es hier aber nur um den angestrebten Verwendungszweck, also das Anregen der Fluoreszenz bei Nachttauchgängen. Hier würde ich eventuell sogar mischen, also die drei vorhandenen LEDs gegen 2 Nichia NCSU275 und eine royalblaue LED austauschen. Um hier konkrete Vorschläge machen zu können, bräuchte man aber zunächst einige Fotos der Tauchlampe im zerlegten Zustand. Immerhin weichen die vorgeschlagenen LEDs in der Bauform teils erheblich von den Original-LEDs ab und müssen daher irgendwie adaptiert werden. Speziell die Platine, auf der die LEDs montiert sind wären dabei interessant, aber auch die Platine mit der Ansteuerelektronik, um Rückschlüsse auf den LED-Strom schließen zu können.


    Die NCSU275 sendet übrigens auch im Bereich 370 - 380 nm einen gewissen Anteil an Licht aus. Bei der Edixion vermute ich dies auch, dort ist im Datenblatt die Spektralverteilung allerdings nicht dargestellt.


    Eine reine UV LED von Nichia gibt es auch:
    http://www.leds.de/High-Power-…ohne-Platine-Emitter.htmlDie Peakwellenlänge liegt hier bei 365 nm. Ob man allerdings bereit ist 65,90€ für so eine LED auszugeben? ;)

    405 nm: http://www.leds.de/High-Power-…a-SMD-LED-UV-NCSU275.html395-410 nm: http://www.led-tech.de/de/High…tter-LT-1467_142_143.htmlDavon ausgehend, dass die LEDs in der Taschenlampe mit nicht mehr als 500 mA bestromt werden, könnten beide passen. Die mechanische Ausführung muss natürlich angepasst werden. Den Originalstrom kann man aber auch vorher messen und gegebenenfalls anpassen.
    Die Lampe muss übrigens wirklich preiswert gewesen sein, wenn der Verkäufer 5000 Lumen mit 3 Cree XM-L2 angibt. :D

    Alles klar, da sind zusätzliche Kühlkörper natürlich nicht so schön. :)


    Nimm einfach eine Profilbreite von 40mm, dann bist Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.


    Wahrscheinlich wirst Du von der Helligkeit ohnehin überrascht werden und die Leuchte meist gedimmt betreiben. 500 Lumen bei 35 W Halogen sind zwar machbar, da muss man aber beim Einkauf schon sehr drauf achten. Im Baumarkt ist diese Effizienz jedenfalls nicht zu kriegen, da kannst Du eher von 300 Lumen ausgehen.
    Krass fand ich z.B. ein Angebot im Aldi vor einigen Wochen. Da wurden 50W-Halogenstrahler u.A. mit GU10-Sockel angeboten mit einem Lichtstrom von 310 Lumen. Zwar kann man beim Aldi nicht unbedingt die beste Qualität erwarten, aber das fand ich schon extrem. Daraufhin hab ich mich ein paar Tage später mal im Obi und Hellweg umgesehen; da wars auch nicht besser (bis etwa 330 Lumen bei 50W), und das obwohl Osram draufstand.


    Man vertut sich da also leicht.

    Vorsicht beim Abschätzen der Kühlleistung bei Alu-Profilen! Mit einem Alu-Profil mit den Abmessungen 700mm x 30mm x 2 mm kann man durchaus eine Leistung von knapp 10 W abführen, aber nur, wenn die Wärmequellen gleichmäßig verteilt werden, z.B. mit 10 1W-LEDs.


    Für eine einzelne Wärmequelle gilt dies nicht. Die üblichen Regeln und Grafiken gelten ausschließlich für quadratische Bleche, in guter Näherung noch bis zu einem Seitenverhältnis von 2:1. Dein Profil hat aber ein Seitenverhältnis von 23:1. Der größte Teil des Profils trägt damit überhaupt nicht mehr zur Wärmeableitung bei. Anders ausgedrückt: der LED ist es völlig egal, ob das Profil eine Länge von 10cm, 20cm, 70cm oder 200cm hat; wärmetechnisch macht das keinen Unterschied.


    Zur Veranschaulichung: halte Dein Profil mal an einem Ende mit der Hand fest und erwärme das andere Ende mit dem Heißluftfön. Du wirst auch nach längerer Zeit an dem Ende, das Du festhältst, kaum eine Erwärmung feststellen.


    Das Flachprofil kannst Du Dir eher als eine Aneinanderreihung von Profilstücken mit den Abmessungen 3cm x 6cm vorstellen. Jedes einzelne Teilstück entspricht damit einer Fläche von 18cm^2, was einem quadratischen Blech von 4,2cm Kantenlänge entspricht.


    Einen sehr guten Rechner für große Seitenverhältnisse findest Du auch im Internet:
    http://www.electronicdeveloper.de/EMechanikKuehlBlech.aspx
    Hiermit kommst Du bei einem Profilabschnitt von 60mm auf einen Wärmewiderstand von 42,4 K/W, bei 100mm auf 37,1 K/W und bei 200mm auf 35,1 K/W.


    Du siehst also, ab einer gewissen Länge und damit einem bestimmten Seitenverhältnis ergibt sich kaum noch eine Verbesserung des Wärmewiderstands.


    Nehmen wir jetzt als günstigsten Wert die 35 K/W. Bei 3 W Wärmeleistung ergibt das bereits eine Temperaturdifferenz von 105 K. Rechne jetzt noch eine Raumtemperatur von 30°C und noch eine Temperaturdifferenz von etwa 15 K zwischen Sperrschicht und Wärmeableitfläche hinzu, dann liegst Du schon bei einer Chiptemperatur von 150°C. Und das ist das Ergebnis bei Annahme optimaler Werte. In der Praxis wird es für die LED eher noch ungünstiger aussehen.


    Fazit: das funktioniert so nicht, die LED wird das nicht lange mitmachen.


    Übrigens: ein Flachprofil mit 40mm Breite und 2mm Dicke ergibt bereits 22 K/W, womit Du im grünen Bereich liegen würdest.

    Zitat

    Liefert der auch an privat?


    Ja.
    Allerdings sind dort Nettopreise angegeben, Du musst also noch 19% draufrechnen.


    Elpro ist der günstigste Anbieter, den ich bisher gefunden habe. Das gilt besonders auch für die riesige Auswahl an Netzteilen und KSQs.

    Nein natürlich nicht, was sollte dagegen sprechen?


    Ich habe sowohl die CRI80- Version (typischer CRI: 83) als auch die CRI90-Version (typischer CRI: 93) schon verwendet. Einen nennenswerten Unterschied konnte ich im direkten Vergleich nicht feststellen, die CRI90-Version wirkt eine Idee angenehmer. Aber schon die CRI80-Version hat eine ausgezeichnete Farbwiedergabe und hat natürlich den Vorteil der höheren Effizienz.