Super Flux LEDs anschließen.

  • Hallo,
    ich hab da auch mal eine Frage. Ich habe mir 4Stck Super-Flux LED (3-Chip / HighPower) gekauft und möchte diese nun an mein 13,8V Netzteil anklemmen. Bei "normalen LEDs mit 3,5V würde ich diese nun in Reihe schalten um auf eine Gesamtspannung von 4x3,5V=14V zu kommen. Wie verhält sich das nun mit den Super Flux LEDs? Ich würde nun rein theoretisch die 3 Beine die zum Emitter gehen verbinden und zusammen schalten. Geht das? Oder hat jeder einzelne Emitter eine Stromaufnahme von 3,5V?


    Ich hab mal ne Skizze gemacht:
    [Blockierte Grafik: http://img199.imageshack.us/img199/4961/unbenannt13fa.jpg]

  • Also LEDs sollten grundsätzlich nie ohne Widerstand betrieben werden. Denn sie haben sie Eigenart, sich immer mehr Strom zu ziehen, bis sie schließlich durchbrennen.
    Entscheidend für die LED ist nicht die Spannung (Volt), sondern der Strom (Ampere, oder Milli-Ampere =mA). Der muß geregelt werden.
    Bei Deiner 3-Chip SuFlu möchte jeder Chip 30 mA haben. Die sicherste Möglichkeit ist, an jeden Chip (also jedes + Beinchen) einen 360 Ohm (600 mW (= Milli-Watt)) Wiederstand anzulöten. (und dann alle Widerstände und alle - Beinchen parallel zusammen.)
    Die andere, alle 3 +Beinchen zusammenlöten, und die LED dann mit einer weiteren 3-Chip-LED in Reihe schalten, dann brauchst Du einen 82 Ohm, 1W Widerstand davor. Für 3 oder gar 4 in Reihe reichen 13,8V nicht aus.


    Alles Gründe, warum ich kein Fan dieser LED bin, bei einer ("normalen" 1-Chip-) SuperFlux (mit 20, 50 oder 70 mA) kann man nämlich locker 4 Stück mit einem 600mW Widerstand in Reihe an 13,8V schließen. Die 3-Chip ist insgesamt nicht heller als eine 1-Chip (70mA), nur die Lichtfläche ist etwas größer.

  • Also erstmal vielen Dank für deine Mühe.


    Jetzt hab ich aber nochmal ne Frage. Ich habe vorgestern, als ich die LEDs bekommen habe, schonmal probeweise die Schaltung die ich im ersten Beitrag skizziert hab getestet. Das funktionierte problemlos. Wo liegt denn jetzt der Nachteil an dieser Schaltung? Widerstände mag ich generell nicht gern, da diese nichts sinvolles machen ausser Energie zu verbrauchen. Eine LED Reihenschaltung ist da ja sehr viel effizienter. Geht meine LED dann schneller kaputt oder warum sollte man lieber Widerstände verwenden?


    Thx, Christian

  • Genau das tun sie! (Schneller durchbrennen)
    Das mit den Widerständen ist ja keine Schikane! Die haben schon ihren Sinn. Der Energieverbrauch sinkt bei Einsatz mit Widerständen, obwohl diese einen eigenen Energieverbrauch (die Verlustleistung) haben, und diese Energie als Wärme abgeben.


    LEDs sind im eigentlichen Sinne keine Stromverbraucher (wie z.B. Glühlampen), sondern eben nur Dioden (Ventile, die den Strom nur in eine Richtung fließen lassen). Stromverbraucher haben einen Innenwiderstand (Eigenwiderstand Impedanz (kennt man von Lautsprechern)), der den Stromfluß begrenzt. LEDs haben praktisch keinen Innenwiderstand, deswegen muß einer dazu. Ohne Innenwiderstand wird immer mehr Strom fließen, was Kabel und LEDs immer mehr belastet. So wird mehr Strom verbraucht, die Kabel stärker belastet, und die LEDs auch. Auch wenn sie eine Weile leuchten, sie werden entweder abrupt durchbrennen, oder langsam ihre Leuchtkraft verlieren.
    Weiterhin haben Widerstände (100 Ohm und mehr) eine Pufferwirkung, die etwas vor Spannungsspitzen schützt. In preiswerten Netzgeräten oder im Auto schwankt die Spannung, einmal kurz zuviel, und der winzige empfindliche Chip hat einen Schaden für immer.
    Gerade die Mehrchip-LEDs sind da noch empfindlicher, besonders wenn man die einzelnen Chips parallel anschließt (also die + Beinchen zusammenlötet).


    Kein Freund von Widerständen? Dann hast Du Dir die falschesten LEDs ausgesucht!! Aber eine (sehr sicher funktionierende) Alternative gibt es noch. Konstantstromquellen!
    Nur wird es schwierig, eine für 90 mA zu finden. Ich würde den 3-Chip sowieso lieber 20 mA pro Chip (also 60 mA für die gesamte LED) geben, schau mal ins Datenblatt bei led-tech.de!!
    Auch geben einige LED-Shops (viele bei ebay) sogar immer einen passenden Widerstand pro LED dazu! Die machen das nicht aus Jux und Dollerei! (Auch wenn viele den Widerstand zu knapp berechnen, damit es schön hell leuchtet...)
    Und für 60mA gibt es Konstantstromquellen. Leider kosten die nicht wie Widerstände ein paar Cent, und für Deine 4 brauchst Du wohl 2 Konstantstromquellen.


    Was die Notwendigkeit der Widerstände betrifft, schau Dich doch mal im Netz um, JEDER seriöse LED-Anbieter hat ein paar Infos auf der Startseite, und unisono schreiben alle, Widerstände (oder andere Vorschaltelektroniken wie Konstantstromquellen) sind beim Betrieb von LEDs unverzichtbar!! (Außer vielleicht, man will eine LED kurzzeitig an 2 oder 3 Knopfzellen betreiben...)


    Deine Schaltung ist effizeint, wenn Du Glühlämpchen (3,5V) hättest...

  • Na dann war die Überzeugungsarbeit ja nicht umsonst!! ;)
    Alle, die mit LEDs frickeln, sind mir "Brüder im Geiste" (da meine Frau, wie wohl alle Frauen dieser Erde, nur verächtlich von "Lämpchen" spricht...)


    Die vielen Erfahrungen die ich gemacht habe, teile ich gern, und die vielen teuren Fehlversuche müssen ja nicht alle machen...


    Wenn Du Deine 4 LEDs dauerhaft leuchten lassen willst, nimm Schaltung 1, und statt der 360er 560 Ohm.
    Wenn die LEDs nicht dauerhaft leuchten müssen, nimm Schaltung 2 und da anstelle der 82er welche mit 100 Ohm (und 1Watt).


    Ein guter Kompromiß (wenig Löten, wenig Widerstände, einigermaßen gute Dauerleucht-haltbarkeit) wäre Schaltung 2 mit 120 Ohm Widerständen.


    Beim Löten der Mehr-Chip-LED darauf achten, daß möglichst kurz die Löt-Hitze anliegt, nach dem Löten die Lötstelle schnell kalt pusten! Die Chips hassen Hitze, und verbrennen schon gern beim Löten. (1Chip-LEDs sind da etwas robuster, warum auch immer).


    Dann hast Du wenig Lötaufwand und wenig Widerstände... :wink: